Patricia Kopatchinskaja – Violine
Jay Campbell – Violoncello
Polina Leschenko – Klavier
George Enescu (1881–1955)
Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 a-Moll op. 25 Dans le caractère populaire roumain
Zoltán Kodály (1882–1967)
Duo für Violine und Violoncello op. 7
Maurice Ravel (1875–1937)
Tzigane. Konzertrhapsodie für Violine und Klavier
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/patricia-kopatchinskaja-jay-campbell-polina-leschenko/468
Gestern morgen fuhr ich direkt vom Météo Festival in Mulhouse (Bericht
folgt noch) nach Luzern, wo ein „Erlebnistag“ mit diversen Konzerten
stattfand, sowohl im grossen Saal des KKL als auch in zwei Räumen des –
ebenfalls im KKL domizilierten – Kunstmuseums, im Foyer usw. Karten
hatte ich für zwei Konzerte, beide ausverkauft, das erste davon im
grössten Ausstellungssaal, der auch tatsächlich bis auf den letzten
Stuhl voll war. Los ging es mit der grossartigen dritten Violinsonate
von George Enesescu, die einst eins der handvoll Werke war, und unter ihnen das entscheidende, mit denen mir der Einstieg in die Klassik gelang.
Kopatchinskaja spielte von Beginn mit ihrer schier unfassbaren
Präsenz, mit einer Intensität, die sich gewiss aus der Freiheit ihres
Zugriffes nährt, aber an Präzision mangelt es ihrem Spiel deshalb nicht
im geringsten. Ich sass perfekt, zweite Reihe direkt von Kopatchinskaja
und mit Blick auf die Hände Leschenkos, die hinter ihr sass, in halbwegs
klassischer Solist/Begleiter-Aufstellung, aber auf viel engerem Raum
als üblich. Das Klavierspiel überzeugte mich alles in allem, da und dort
schienen die Interpretation etwas zu schnell dafür, dass die Finger
immer sauber mithalten konnten (das wurde aber nie mit Pedaleinsatz
überspielt) was auch wichtig war bei der mittelmässigen Akustik des
Raumes (ein schlichter „white cube“, doppelt so lang wie breit, aber
eben: ich sass ganz vorne), denn da flossen die Töne sowieso etwas zu
sehr ineinander. Die enormen Erwartungen, die ich hatte, wurden
vielleicht ganz leise enttäuscht, aber das nur, weil sowohl das Werk als
auch Kopatchinskaja für mich ganz weit oben stehen – ja eigentlich auf
dem Gipfel.
Als zweites stand dann das Duo von Kodály auf dem Menu, das
Kopatchinskaja mit dem zweiten „artist étoile“ des diesjährigen
Festivals, dem jungen Cellisten Jay Campbell, präsentierte. Auch sie
standen bzw. sassen so eng nebeneinander, dass sogar mal die
Geigen-Noten etwas verschoben werden mussten, damit Campbell sie nicht
umschubste – eine schöne Geste, denn es geht in der Kammermusik ja
tatsächlich um das Verschmelzen der Stimmen, das Zusammen. Das gelang
auch wunderbar, was wohl bei einem eruptiven Temperament wie jenem von
Kopatchinskaja nicht immer leicht ist – Campbell guckte sehr oft ganz
genau hin, aber es gab nur ein, zwei ganz kurze Passagen, wo sie eine
Spur nebeneinander waren. Das Werk hatte ich im Gegensatz zu Enescu
nicht im Ohr, aber wenigstens die Heifetz/Piatigorsky-Einspielung davon
einst schon angehört. Es gefiel mir in der Präsentation eine Spur besser
als die Sonate davor, was ja durchaus auch im Interesse der
Konzertdramaturgie passt.
Der krönende Abschluss war dann aber Ravel, mit einem Werk, das
natürlich mehr als bekannt ist, das als „Zigeunermusik“ nicht die
Glaubwürdigkeit der Werke von Bartók und Kodály besitzt – um die herum
der ganze „Erlebnistag“ geformt wurde, weshalb u.a. auch Veress oder
eben auch Enescu auf dem Programm standen. Was Kopatchinskaja und
Leschenko nun mit Ravels „Tzigane“ anstellten erinnerte mich sehr an die
famose „Kreutzer“-Sonate von Joseph Szigeti und Béla Bartók – eine Art
retrograde Ethnisierung der Musik, ein Hervorholen der (imaginären)
Volksmusik, die quasi hinter dem fertigen Werk Ravels versteckt ist. Das
Spiel der beiden war äusserst temperamentvoll, Kopatchinskaja – die ja
immer barfuss spielt, was auch perfekt zu ihrer Art zu spielen passt –
spannte sich immer wieder wie ein Bogen, der dann plötzlich in die
Ausgansposition zurückschnellt. Bei Leschenko kamen die Finger manchmal
nur noch mit Mühe und Not mit, aber ohne Risiken einzugehen ist eine so
beeindruckende Interpration auch gar nicht möglich.
Es gab danach noch eine Zugabe im Trio mit Jay Campbell, aber leider
vergass ich den Namen des Komponisten gleich wieder … etwas (relativ?)
Zeitgenössisches, eine charmante kleine Petitesse.
—
Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Frédérique Cambreling – Harfe
Béla Bartók (1881–1945)
Ausgewählte Duos für zwei Violinen
Heinz Holliger (*1939)
Partita (II) für Harfe
Uraufführung
Sándor Veress (1813–1992)
Diptychon für Bläserquintett
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/ensemble-der-lucerne-festival-academy-frederique-cambreling/493
Direkt danach ging es am anderen Ende des Kunstmuseums weiter, in einem
etwas kleineren, quer eingerichteten Saal. Eine Geigerin und ein Geiger
aus dem Academy-Orchester spielten als Einstieg drei kurze Duos für
Violine von Bartók.
Danach folgte die pièce de résistance, die Uraufführung von Heinz
Holligers zweiter Partita, komponiert für Harfe solo und präsentiert von
Frédérique Cambreling (die auch im ensemble Intercontemporain spielt).
Das Stück ist toll, schien mir oft hypervirtuos, es wird auch schon mal
auf den Rahmen getrommelt, gegen Ende mussten sogar rasch ein paar
Saiten umgestimmt werden … und es nicht so, dass ich von Harfe viel
verstehen würde (ich hörte vor einigen Monaten mal Xavier de Maistre –
siehe Post oben vom 7.5.), aber ich fand die Aufführung und das Werk
beeindruckend. Holliger war selbst anwesend, der Applaus riesig.
Zum Ausklang gab es dann noch das Bläserquintett von Sándor Veress,
einst Lehrer von Heinz Holliger. Die Darbietung war nicht in jedem
Hinblick überzeugend aber alles in allem doch sehr in Ordnung – und sie
machte neugierig, von Veress dereinst weiteres zu hören.
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Monteverdi: L’Orfeo (Adam, Blaziková, Buratto, Zanasi; Gardiner) - Luzern, KKL, 22. August 2017
Krystian Adam – Orfeo
Hana Blažiková – La Musica, Euridice
Kangmin Justin Kim – Speranza
Anna Dennis – Ninfa
Lucile Richardot – Messaggiera
Francesca Boncompagni – Proserpina
Gianluca Buratto – Caronte, Plutone
Furio Zanasi – Apollo
und weitere Solisten
English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
Sir John Eliot Gardiner – Dirigent und Regie
Elsa Rooke – Regie
Eine Epiphanie, nichts geringeres, war die Aufführung von Monteverdis „L’Orfeo“ unter der Leitung von John Eliot Gardiner. Phantastisch gesungen und gespielt – „halbszenisch“ war perfekt, die Sänger bewegten sich auf der leeren Bühne vor und hinter dem Orchester sowie im Mittelgang zwischen den zwei Gruppen: links Streicher und Continuo mit zwei Theorben/Chitarronen, Cello, Cembalo/Orgel und Harfe, rechts Bläser und Continuo mit zwei Theorben/Chitarronen, Cello, Bass, Fagott. Auch die leeren Sitzreihen hinter der Bühne wurden manchmal bespielt (von den Blechbläsern, von Apoll im fünften Akt), ebenso wurde – zum Aufmarsch zu Beginn, später für die Messagiera, die die traurige Nachricht vom Tod Euridicens überbringt, ebenso wie für das Echo, der Zuschauerraum (Parkett und Galerien) miteinbezogen. Das Fehlen von Bühnenbildern in Kombination mit den dezenten Kostümen und der guten Regie hatte eine grossartige Wirkung und potenzierte für mein Empfinden noch die Wirkung, weil eben tatsächlich die Musik gewissermassen nackt ins Zentrum gestellt wird, sie aber doch nicht einfach konzertant-trocken vorexerziert wurde. Im Gegenteil, gerade in dem kargen Rahmen konnte sie sich erst völlig entfalten. Die Sängerinnen und Sänger waren allesamt gut bis super, Krystian Adam ein feiner aber überzeugender Orfeo, Hana Blaziková eine sehr zarte, ebenso überzeugende Euridice – und als Musica im Prolog begleitete sie sich natürlich gleich selbst an der Harfe (einem kleinen Instrument, das wohl die „gotische“ Harfe ist, die im deutschen Wiki-Eintrag erwähnt wird).
Der Klang im KKL – ich sass wieder oben links auf Höhe der Bühnenkante – ist wirklich grossartig, wie schon bei Holliger/Kopatchinskaja schien der seitliche Platz (diesmal sass ich noch eine Etage höher in der zweiten Galerie) weit vorn überhaupt keine Nachteile zu bringen, und im Vergleich mit der Matthäuspassion, ebenfalls mit Gardiner und im KKL letztes Jahr, wo ich in der Mitte des Parketts sass, war es in der Höhe auch ordentlich laut – so gesehen war die Platzwahl ungeplant (es ging eben auch darum, rechtzeitig ein günstiges Ticket zu ergattern, was gar nicht einfach war) perfekt.
Hana Blažiková – La Musica, Euridice
Kangmin Justin Kim – Speranza
Anna Dennis – Ninfa
Lucile Richardot – Messaggiera
Francesca Boncompagni – Proserpina
Gianluca Buratto – Caronte, Plutone
Furio Zanasi – Apollo
und weitere Solisten
English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
Sir John Eliot Gardiner – Dirigent und Regie
Elsa Rooke – Regie
Eine Epiphanie, nichts geringeres, war die Aufführung von Monteverdis „L’Orfeo“ unter der Leitung von John Eliot Gardiner. Phantastisch gesungen und gespielt – „halbszenisch“ war perfekt, die Sänger bewegten sich auf der leeren Bühne vor und hinter dem Orchester sowie im Mittelgang zwischen den zwei Gruppen: links Streicher und Continuo mit zwei Theorben/Chitarronen, Cello, Cembalo/Orgel und Harfe, rechts Bläser und Continuo mit zwei Theorben/Chitarronen, Cello, Bass, Fagott. Auch die leeren Sitzreihen hinter der Bühne wurden manchmal bespielt (von den Blechbläsern, von Apoll im fünften Akt), ebenso wurde – zum Aufmarsch zu Beginn, später für die Messagiera, die die traurige Nachricht vom Tod Euridicens überbringt, ebenso wie für das Echo, der Zuschauerraum (Parkett und Galerien) miteinbezogen. Das Fehlen von Bühnenbildern in Kombination mit den dezenten Kostümen und der guten Regie hatte eine grossartige Wirkung und potenzierte für mein Empfinden noch die Wirkung, weil eben tatsächlich die Musik gewissermassen nackt ins Zentrum gestellt wird, sie aber doch nicht einfach konzertant-trocken vorexerziert wurde. Im Gegenteil, gerade in dem kargen Rahmen konnte sie sich erst völlig entfalten. Die Sängerinnen und Sänger waren allesamt gut bis super, Krystian Adam ein feiner aber überzeugender Orfeo, Hana Blaziková eine sehr zarte, ebenso überzeugende Euridice – und als Musica im Prolog begleitete sie sich natürlich gleich selbst an der Harfe (einem kleinen Instrument, das wohl die „gotische“ Harfe ist, die im deutschen Wiki-Eintrag erwähnt wird).
Der Klang im KKL – ich sass wieder oben links auf Höhe der Bühnenkante – ist wirklich grossartig, wie schon bei Holliger/Kopatchinskaja schien der seitliche Platz (diesmal sass ich noch eine Etage höher in der zweiten Galerie) weit vorn überhaupt keine Nachteile zu bringen, und im Vergleich mit der Matthäuspassion, ebenfalls mit Gardiner und im KKL letztes Jahr, wo ich in der Mitte des Parketts sass, war es in der Höhe auch ordentlich laut – so gesehen war die Platzwahl ungeplant (es ging eben auch darum, rechtzeitig ein günstiges Ticket zu ergattern, was gar nicht einfach war) perfekt.
Camerata Zürich, Thomas Demenga, Thomas Sarbacher – Lucerne Festival, Kirche MaiHof – 20. August 2017
Identities 3
Camerata Zürich | Thomas Demenga | Thomas Sarbacher
SUN, 20.08. | 16.00 | Nr. 17316
Kirchensaal MaiHof
Camerata Zürich (Igor Karsko, Musikalische Leitung)
Thomas Demenga Violoncello
Thomas Sarbacher Sprecher
Josef Suk (1874–1935)
Meditation über den altböhmischen St.-Wenzels-Choral op. 35a
Antonín Dvořák (1841–1904)
Waldesruhe op. 68 Nr. 5
Rondo g-Moll für Violoncello und Orchester op. 94
Slawischer Tanz g-Moll op. 46 Nr. 8 (bearbeitet für Violoncello und Orchester)
Leos Janáček (1854–1928)
Auf verwachsenem Pfade
bearbeitet für Streichorchester von Daniel Rumler
Texte von Maïa Brami
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/camerata-zurich-thomas-demenga-thomas-sarbacher/451
Die Camerata Zürich mit Konzertmeister Igor Karsko öffnete das schwermütig böhmische Programm mit Suks Hymne, danach folgten drei zu einer Suite zusammengefügte Stücke Dvoráks, für die Thomas Demenga, der künstlerische Leiter der Camerata, als Solist am Cello dazustiess. Beim slawischen Tanz wippten die Köpfe und zuckten die Beide in der Reihe vor mir … das war wohl der Rock’n’Roll der 70-80jährigen Damen – so weit halt, wie Rebellion gehen mochte. Meint man, einen etwas spöttischen Unterton herauszuhören, dann ist das ganz recht, denn das war zwar alles mit Gusto gespielt, sowohl vom Solisten wie auch vom kleinen Streichorchester (Besetzung: 5-4-3-3-1), aber auch arg gefällig und glatt in seiner eher dick- als heissblütigen Sentimentalität. Danach ging es – keine Pause, immerhin – direkt mit dem Hauptwerk weiter, der Erstaufführung eines Arrangements von Janáčeks „Auf verwachsenem Pfade“ (bearbeitet für Streichorchester von Daniel Rumler, der auch mitspielte) mit Texten von Maïa Brami (wer sie ins Deutsche übertragen hat, wird überall hartnäckig verschwiegen, soviel zum Wert des Übersetzens in unserer zunehmen monolingualen Welt, ein Jammer). Die Musik war ganz in Ordnung, aber mit den Texten konnte ich leider beim besten Willen nicht sehr viel anfangen. Sie beziehen sich auf den biographischen Hintergrund, den Janáček ja selbst (nach)geliefert hatte. Doch der Vorteil der Musik ist ja gerade, dass sie absolut ist (was übrigens auch ganz klar für Holligers Violinkonzert gilt, das hebt er auch hervor in seinem Kommentar). Das Eindampfen auf biographische Episoden und der nicht gelungene Wechsel von der Metapher (er – also Janáček – findet eine Rose – die 37 Jahre jüngere Kamila Stösslová, in die er sich verliebte – die ihm Glück verspricht, solange er sie nicht pflückt … was für tolle Metaphern, n’est-ce pas?) bzw. vom Märchen zum simpel erzählten, dem ein paar Wiederholungen, von Thomas Sarbacher immerhin toll vorgetragen, auch nicht helfen, wenn es um „Poesie“ geht … das ist in meinen Augen ziemlich missglückt. Zum einen, weil es eben das Absolute, die Musik, zurückbindet an konkrete biographische Episoden (Janáček habe sich die Lungenentzündung, an der er auch starb, eingefangen, als Stössels Sohn Otto im Wald verloren ging, das löst dann Gedanken aus an seine frühverstorbene Tochter Olga, seine angeblich erste Kindheitserinnerung, wie er vor einem Brand gerettet werden musste, fehlt auch nicht). Damit wird der Blick übermässig eingeengt und es fällt im konstanten Wechsel von Text und Musik schwer, ihn für die kurzen Stücke wieder zu öffnen. Zum anderen fand ich die Texte aber auch von der literarischen Qualität her eher dürftig. Es gelang wie schon angetönt nicht, ein Märchen zu erzählen, dazu war der Ton nicht (vermeintlich) naiv, das ganze nicht lakonisch genug. Die Poesie war dann eben leider Erinnerungsalbumpoesie und keine verknappte, verklausulierte, die – statt einfach Episoden zu erzählen – neue Bezugsräume geöffnet hätte (und das wäre, so fand ich, die Herangehensweise für ein solches Projekt gewesen, die man hätte ausprobieren sollen – knappe Wortfetzen, Fragmente, vieldeutig und doch klar, die nicht vorspuren, was man danach hört sondern im Gegensatz anregen dazu, in ganz verschiedene Richtungen zu hören und zu denken).
Aber gut, den Leuten schien es sehr gut zu gefallen und vielleicht ist das die Nische, in der die Camerata sich im übersättigten Markt von Zürich eingerichtet hat, ich weiss es nicht. Die Programme des Ensembles kamen mir bisher spannender vor, aber gehört habe ich sie gestern zum ersten Mal. Betonen möchte ich nur noch einmal, dass es an der Spielqualität nun aber überhaupt nicht mangelte.
Teil 1 des Berichtes vom Lucerne Festival am 20. August 2017
Camerata Zürich | Thomas Demenga | Thomas Sarbacher
SUN, 20.08. | 16.00 | Nr. 17316
Kirchensaal MaiHof
Camerata Zürich (Igor Karsko, Musikalische Leitung)
Thomas Demenga Violoncello
Thomas Sarbacher Sprecher
Josef Suk (1874–1935)
Meditation über den altböhmischen St.-Wenzels-Choral op. 35a
Antonín Dvořák (1841–1904)
Waldesruhe op. 68 Nr. 5
Rondo g-Moll für Violoncello und Orchester op. 94
Slawischer Tanz g-Moll op. 46 Nr. 8 (bearbeitet für Violoncello und Orchester)
Leos Janáček (1854–1928)
Auf verwachsenem Pfade
bearbeitet für Streichorchester von Daniel Rumler
Texte von Maïa Brami
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/camerata-zurich-thomas-demenga-thomas-sarbacher/451
Die Camerata Zürich mit Konzertmeister Igor Karsko öffnete das schwermütig böhmische Programm mit Suks Hymne, danach folgten drei zu einer Suite zusammengefügte Stücke Dvoráks, für die Thomas Demenga, der künstlerische Leiter der Camerata, als Solist am Cello dazustiess. Beim slawischen Tanz wippten die Köpfe und zuckten die Beide in der Reihe vor mir … das war wohl der Rock’n’Roll der 70-80jährigen Damen – so weit halt, wie Rebellion gehen mochte. Meint man, einen etwas spöttischen Unterton herauszuhören, dann ist das ganz recht, denn das war zwar alles mit Gusto gespielt, sowohl vom Solisten wie auch vom kleinen Streichorchester (Besetzung: 5-4-3-3-1), aber auch arg gefällig und glatt in seiner eher dick- als heissblütigen Sentimentalität. Danach ging es – keine Pause, immerhin – direkt mit dem Hauptwerk weiter, der Erstaufführung eines Arrangements von Janáčeks „Auf verwachsenem Pfade“ (bearbeitet für Streichorchester von Daniel Rumler, der auch mitspielte) mit Texten von Maïa Brami (wer sie ins Deutsche übertragen hat, wird überall hartnäckig verschwiegen, soviel zum Wert des Übersetzens in unserer zunehmen monolingualen Welt, ein Jammer). Die Musik war ganz in Ordnung, aber mit den Texten konnte ich leider beim besten Willen nicht sehr viel anfangen. Sie beziehen sich auf den biographischen Hintergrund, den Janáček ja selbst (nach)geliefert hatte. Doch der Vorteil der Musik ist ja gerade, dass sie absolut ist (was übrigens auch ganz klar für Holligers Violinkonzert gilt, das hebt er auch hervor in seinem Kommentar). Das Eindampfen auf biographische Episoden und der nicht gelungene Wechsel von der Metapher (er – also Janáček – findet eine Rose – die 37 Jahre jüngere Kamila Stösslová, in die er sich verliebte – die ihm Glück verspricht, solange er sie nicht pflückt … was für tolle Metaphern, n’est-ce pas?) bzw. vom Märchen zum simpel erzählten, dem ein paar Wiederholungen, von Thomas Sarbacher immerhin toll vorgetragen, auch nicht helfen, wenn es um „Poesie“ geht … das ist in meinen Augen ziemlich missglückt. Zum einen, weil es eben das Absolute, die Musik, zurückbindet an konkrete biographische Episoden (Janáček habe sich die Lungenentzündung, an der er auch starb, eingefangen, als Stössels Sohn Otto im Wald verloren ging, das löst dann Gedanken aus an seine frühverstorbene Tochter Olga, seine angeblich erste Kindheitserinnerung, wie er vor einem Brand gerettet werden musste, fehlt auch nicht). Damit wird der Blick übermässig eingeengt und es fällt im konstanten Wechsel von Text und Musik schwer, ihn für die kurzen Stücke wieder zu öffnen. Zum anderen fand ich die Texte aber auch von der literarischen Qualität her eher dürftig. Es gelang wie schon angetönt nicht, ein Märchen zu erzählen, dazu war der Ton nicht (vermeintlich) naiv, das ganze nicht lakonisch genug. Die Poesie war dann eben leider Erinnerungsalbumpoesie und keine verknappte, verklausulierte, die – statt einfach Episoden zu erzählen – neue Bezugsräume geöffnet hätte (und das wäre, so fand ich, die Herangehensweise für ein solches Projekt gewesen, die man hätte ausprobieren sollen – knappe Wortfetzen, Fragmente, vieldeutig und doch klar, die nicht vorspuren, was man danach hört sondern im Gegensatz anregen dazu, in ganz verschiedene Richtungen zu hören und zu denken).
Aber gut, den Leuten schien es sehr gut zu gefallen und vielleicht ist das die Nische, in der die Camerata sich im übersättigten Markt von Zürich eingerichtet hat, ich weiss es nicht. Die Programme des Ensembles kamen mir bisher spannender vor, aber gehört habe ich sie gestern zum ersten Mal. Betonen möchte ich nur noch einmal, dass es an der Spielqualität nun aber überhaupt nicht mangelte.
Teil 1 des Berichtes vom Lucerne Festival am 20. August 2017
Patricia Kopatchinskaja, Lucerne Festival Academy, Heinz Holliger – Lucerne Festival, KKL, Luzern – 20. August 2017
Sinfoniekonzert 9
Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Heinz Holliger | Patricia Kopatchinskaja
SO, 20.08. | 10.30 Uhr | Nr. 17315
KKL Luzern, Konzertsaal
Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Heinz Holliger Dirigent
Patricia Kopatchinskaja Violine
Claude Debussy (1862–1918)
Khamma (orchestriert von Charles Koechlin)
Charles Koechlin (1867–1950)
Les Bandar-log (Scherzo des singes) op. 176
Heinz Holliger (*1939)
Violinkonzert Hommage à Louis Soutter
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/orchester-der-lucerne-festival-academy-heinz-holliger-patricia-kopatchinskaja/417
Gestern war ich zum ersten Mal am Lucerne Festival (bisher gab es einen einzigen Besuch am Easter Festival, aber das war bloss ein Konzert, abends an einem Wochentag), so „posh“ wie befürchtet ist das gar nicht, halt einfach so, wie es an klassischen Konzerten so ist (also schon mal nur halb so übel wie in der Oper). Zum Auftakt ging es mit Heinz Holliger am Pult des Orchester der Festival Academy schon mal phantastisch los. Ein charismatischer Dirigent ist Holliger gerade nicht, aber er lässt die Musik lebendig werden – und konnte sich dabei voll auf das Orchester verlassen. Die Werke von Debussy und Koechlin waren mir bisher unvertraut, ein paar Aufnahmen Holligers mit Werken Koechlins (Hänssler, mit dem RSO Stuttgart) liegen hier aber auf dem Stapel, darunter auch „Les Bandar-log“ und Debussys „Khamma“, das ja von Koechlin orchestriert wurde – welchen Beitrag Koechlin genau leistete, scheint da nicht so klar zu sein, aber er ist wohl nicht unerheblich.
Nach der Pause folgte die Hauptattraktion. Es gab einen grossen Umbau, Harfe, Cimbalon und Vibraphon wurden nach vorn geholt und bildeten zusammen mit der Solistin Patricia Kopatchinskaja den innersten Ring des nun deutlich kleineren Orchesters, noch vor den Streichern. Ich hatte einen Platz ungefähr auf der Höhe des Dirigenten, seitlich auf der Galerie – der Klang war auch von da phantastisch und der Blick ins Orchester fasziniert mich sowieso immer. Das Violinkonzert Holligers ist ein grosser Trümmer, einem weiteren seiner lieben „beiseit“-Künstler (Scardanelli/Hölderlin, Koechlin, Walser) gewidmet, dem Violinisten und Maler Louis Soutter, der im späteren OSR spielte, von Ansermet gemäss Holliger zunächst mal ganz nach hinten plaziert und später aus dem Orchester geworfen wurde – und später eine prekäre Randexistenz führte, was ihn nicht daran hinderte, ein beeindruckendes Werk als Maler zu schaffen. Passend dazu verschwindet die Solo-Violine zum Schluss quasi im Klangstrom. Doch bis dahin ist ein weiter weg. Das Konzert bezieht sich auf die dritte Sonate für Violine Solo von Ysaÿe (bei dem der junge Soutter studiert hatte – auf der ECM-Einspielung des Konzertes mit Zehetmair gibt es diese Sonate zum Auftakt auch zu hören), führt über eine gute Dreiviertelstunde durch mehrere Etappen, die teils – wie Holliger schreibt – für seine Verhältnisse „eine äusserst bewegliche Musik“ ist, „die rhythmisch sehr komplex ist. Eine körperliche, tänzerische und motorische Musik, in der zum Teil sogar die Rhythmik meines Lehrers Sándor Veress in ganz anderer Form zum Vorschein kommt“ (Aus Holligers Liner Notes zur CD-Einspielung, ECM New Series 1890, 2004). Für mein Empfinden war diese Aufführung eine echte Sternstunde.
Danach ging ich nach oben ins Luzerner Kunstmuseum, das ich noch nie besucht hatte. Zu sehen ist eine Präsentation der Sammlung mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten, ganz schön präsentiert aber ohne die grossen Highlights (am ehesten noch zwei sehr schöne Bilder von Hodler), zudem eine Gegenüberstellung des Landschaftsmalers Robert Zünd (1827-1909) mit Photographien von Tobias Madörin (*1965), die in derselben Umgebung Luzerns entstanden sind. Die Gemälde fand ich insofern interessant, als sie die ländliche Schweiz darstellen auf eine Weise, wie sie mir aus meiner Kindheit in den Achtzigern noch bestens vertraut ist, als idealisiert-idyllische Heimatdarstellung, die sie bei Zünd vermutlich nicht annähernd im selben Ausmass war. Die Photographien von Madörin, analog und einem langsamen Riesenformat hergestellt, sind allerdings unglaublich faszinierend, sie wirken fast wie gemalt, man muss sehr nahe herantreten, um den Unterschied zu erkennen – und sie bieten enorm faszinierende Licht-Effekte.
In der Ausstellung gab es dann um 14 Uhr auch noch eine Performance von Strotter Inst., einem Künstler, der auch ein paar Installationen mit Plattenspielern und Kleinkram hergestellt hat, die im Entrée des Museums zu sehen sind. Diese zwei von vier „Delokationen“ bezog sich auf Koechlins zuvor im Konzertsaal gespieltes „Les Bandar-log“. Aus Versatzstücken erzeugte Strotter Inst. (Inst.rument/Inst.allation – zum Begriff „Strotter“ findet sich auf seiner Website alles Wissenswerte) eine Klangkulisse, in die Beats und alle diese Geräusche Eingang fanden, die experimentelle DJs so erzeugen können, und zu deren Beschreibung mir das Vokabular völlig abgeht. Jedenfalls war das eine ziemlich tolle, ca. 20 Minuten dauernde Intervention.
Danach ging es runter in die Cafeteria neben dem KKL für einen kleinen Imbiss. Als ich mein Tablett nach draussen trug, kam ich an Heinz Holliger vorbei, was mir die Gelegenheit gab, mich kurz für das phantastische Konzert zu bedanken. Und als ich danach weiterzog, kam auch gerade Patricia Kopatchinskaja, um mit den anderen zum Bahnhof rüberzugehen – das sind eben richtige Stars, ganz normale Leute halt, die grossartige Musik machen. Auch ihr konnte ich noch einen kurzen Dank aussprechen, bevor ich durch die Touristenhorden loszog, um einen Blick in die mir zuvor unbekannte Jesuitenkirche zu werfen, die doch ziemlich interessant ist. Zu Fuss ging es dann durch die durchaus malerische Innenstadt und auf der anderen Seite raus und weiter zum MaiHof, einem Areal mit Kirche, separatem Turm und ein paar weiteren Gebäuden. Der Kirchensaal wird auch für Konzerte benutzt, auch im Rahmen des Lucerne Festival.
Teil 2 des Berichtes vom Lucerne Festival am 20. August
Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Heinz Holliger | Patricia Kopatchinskaja
SO, 20.08. | 10.30 Uhr | Nr. 17315
KKL Luzern, Konzertsaal
Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Heinz Holliger Dirigent
Patricia Kopatchinskaja Violine
Claude Debussy (1862–1918)
Khamma (orchestriert von Charles Koechlin)
Charles Koechlin (1867–1950)
Les Bandar-log (Scherzo des singes) op. 176
Heinz Holliger (*1939)
Violinkonzert Hommage à Louis Soutter
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/orchester-der-lucerne-festival-academy-heinz-holliger-patricia-kopatchinskaja/417
Gestern war ich zum ersten Mal am Lucerne Festival (bisher gab es einen einzigen Besuch am Easter Festival, aber das war bloss ein Konzert, abends an einem Wochentag), so „posh“ wie befürchtet ist das gar nicht, halt einfach so, wie es an klassischen Konzerten so ist (also schon mal nur halb so übel wie in der Oper). Zum Auftakt ging es mit Heinz Holliger am Pult des Orchester der Festival Academy schon mal phantastisch los. Ein charismatischer Dirigent ist Holliger gerade nicht, aber er lässt die Musik lebendig werden – und konnte sich dabei voll auf das Orchester verlassen. Die Werke von Debussy und Koechlin waren mir bisher unvertraut, ein paar Aufnahmen Holligers mit Werken Koechlins (Hänssler, mit dem RSO Stuttgart) liegen hier aber auf dem Stapel, darunter auch „Les Bandar-log“ und Debussys „Khamma“, das ja von Koechlin orchestriert wurde – welchen Beitrag Koechlin genau leistete, scheint da nicht so klar zu sein, aber er ist wohl nicht unerheblich.
Nach der Pause folgte die Hauptattraktion. Es gab einen grossen Umbau, Harfe, Cimbalon und Vibraphon wurden nach vorn geholt und bildeten zusammen mit der Solistin Patricia Kopatchinskaja den innersten Ring des nun deutlich kleineren Orchesters, noch vor den Streichern. Ich hatte einen Platz ungefähr auf der Höhe des Dirigenten, seitlich auf der Galerie – der Klang war auch von da phantastisch und der Blick ins Orchester fasziniert mich sowieso immer. Das Violinkonzert Holligers ist ein grosser Trümmer, einem weiteren seiner lieben „beiseit“-Künstler (Scardanelli/Hölderlin, Koechlin, Walser) gewidmet, dem Violinisten und Maler Louis Soutter, der im späteren OSR spielte, von Ansermet gemäss Holliger zunächst mal ganz nach hinten plaziert und später aus dem Orchester geworfen wurde – und später eine prekäre Randexistenz führte, was ihn nicht daran hinderte, ein beeindruckendes Werk als Maler zu schaffen. Passend dazu verschwindet die Solo-Violine zum Schluss quasi im Klangstrom. Doch bis dahin ist ein weiter weg. Das Konzert bezieht sich auf die dritte Sonate für Violine Solo von Ysaÿe (bei dem der junge Soutter studiert hatte – auf der ECM-Einspielung des Konzertes mit Zehetmair gibt es diese Sonate zum Auftakt auch zu hören), führt über eine gute Dreiviertelstunde durch mehrere Etappen, die teils – wie Holliger schreibt – für seine Verhältnisse „eine äusserst bewegliche Musik“ ist, „die rhythmisch sehr komplex ist. Eine körperliche, tänzerische und motorische Musik, in der zum Teil sogar die Rhythmik meines Lehrers Sándor Veress in ganz anderer Form zum Vorschein kommt“ (Aus Holligers Liner Notes zur CD-Einspielung, ECM New Series 1890, 2004). Für mein Empfinden war diese Aufführung eine echte Sternstunde.
Danach ging ich nach oben ins Luzerner Kunstmuseum, das ich noch nie besucht hatte. Zu sehen ist eine Präsentation der Sammlung mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten, ganz schön präsentiert aber ohne die grossen Highlights (am ehesten noch zwei sehr schöne Bilder von Hodler), zudem eine Gegenüberstellung des Landschaftsmalers Robert Zünd (1827-1909) mit Photographien von Tobias Madörin (*1965), die in derselben Umgebung Luzerns entstanden sind. Die Gemälde fand ich insofern interessant, als sie die ländliche Schweiz darstellen auf eine Weise, wie sie mir aus meiner Kindheit in den Achtzigern noch bestens vertraut ist, als idealisiert-idyllische Heimatdarstellung, die sie bei Zünd vermutlich nicht annähernd im selben Ausmass war. Die Photographien von Madörin, analog und einem langsamen Riesenformat hergestellt, sind allerdings unglaublich faszinierend, sie wirken fast wie gemalt, man muss sehr nahe herantreten, um den Unterschied zu erkennen – und sie bieten enorm faszinierende Licht-Effekte.
In der Ausstellung gab es dann um 14 Uhr auch noch eine Performance von Strotter Inst., einem Künstler, der auch ein paar Installationen mit Plattenspielern und Kleinkram hergestellt hat, die im Entrée des Museums zu sehen sind. Diese zwei von vier „Delokationen“ bezog sich auf Koechlins zuvor im Konzertsaal gespieltes „Les Bandar-log“. Aus Versatzstücken erzeugte Strotter Inst. (Inst.rument/Inst.allation – zum Begriff „Strotter“ findet sich auf seiner Website alles Wissenswerte) eine Klangkulisse, in die Beats und alle diese Geräusche Eingang fanden, die experimentelle DJs so erzeugen können, und zu deren Beschreibung mir das Vokabular völlig abgeht. Jedenfalls war das eine ziemlich tolle, ca. 20 Minuten dauernde Intervention.
Danach ging es runter in die Cafeteria neben dem KKL für einen kleinen Imbiss. Als ich mein Tablett nach draussen trug, kam ich an Heinz Holliger vorbei, was mir die Gelegenheit gab, mich kurz für das phantastische Konzert zu bedanken. Und als ich danach weiterzog, kam auch gerade Patricia Kopatchinskaja, um mit den anderen zum Bahnhof rüberzugehen – das sind eben richtige Stars, ganz normale Leute halt, die grossartige Musik machen. Auch ihr konnte ich noch einen kurzen Dank aussprechen, bevor ich durch die Touristenhorden loszog, um einen Blick in die mir zuvor unbekannte Jesuitenkirche zu werfen, die doch ziemlich interessant ist. Zu Fuss ging es dann durch die durchaus malerische Innenstadt und auf der anderen Seite raus und weiter zum MaiHof, einem Areal mit Kirche, separatem Turm und ein paar weiteren Gebäuden. Der Kirchensaal wird auch für Konzerte benutzt, auch im Rahmen des Lucerne Festival.
Teil 2 des Berichtes vom Lucerne Festival am 20. August
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