Tonhalle-Orchester Zürich
Jakub Hruša Leitung
Isabelle Faust Violine
Béla Bartók
Konzertsuite aus „Der wunderbare Mandarin“ op. 19
Robert Schumann
Violinkonzert d-Moll WoO 1
—
Leoš Janáček
Sinfonietta für grosses Orchester
Nicht viele Worte dazu, dafür ist es zu spät … aber sowohl in Bartók
wie auch in Janácek war das Orchester eine Wucht! Hrusa gestaltete die
beiden Werke perfekt. In der Lautstärke kam der Schuhschachtelsaal
manchmal an seine Grenzen, aber egal wie laut und intensiv es wurde,
alles blieb transparent und klar, die Stimmen heraushörbar. Grosse
Klasse!
Leider war das Schumann’sche Violinkonzert mit der verehrten Isabelle
Faust eine leise Enttäuschung – was aber, im Gegensatz zum Mendelssohn-Konzert
neulich, nicht an Faust lag. Im Gegenteil: sie scheint den Solo-Part
des Konzertes gänzlich verinnerlicht zu haben! Aber das Orchester war
flächig, breit, wenig nuanciert, die klangliche Transparenz, die es
davor und danach auch wieder an den Tag legte, fehlte. Da ich mit dem
Konzert (und auch mit Schumanns Symphonien) sowieso nicht gänzlich
klarkomme, bin ich mit Schuldzuweisungen aber vorsichtig, habe mir
vorgenommen, mich bald mal wieder an die jüngeren Aufnahmen zu machen,
unter denen sich ja auch eine mit Faust findet (mit Heras-Casado, also
genau die Kombination, die bei Mendelssohn, pardon, nicht recht geigte).
Wobei mir jene von Carolin Widmann aber beim letzten Durchgang am
besten gefiel – die anderen sind Zehetmair und Kopatchinskaja mit
Holliger (ein paar ältere sind auch noch da, von Zehetmair/Eschenbach ab
aber noch nicht oder kaum gehört).
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Isabelle Faust, Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado - 26. März 2017, Tonhalle, Zürich
Tonhalle Zürich, Grosser Saal – 26.3.
Neue Konzertreihe Zürich
Freiburger Barockorchester
Pablo Heras-Casado Leitung
Isabelle Faust Violine
Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouvertüre „Die Hebriden“ op. 26
Violinkonzert e-Moll op. 64
—
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 „Reformations-Sinfonie“
Ein Mendelssohn-Programm mit dem Freiburger Barockorchester … und das heiss geliebte Violinkonzert mit Isabelle Faust? Und dennoch holte ich mir erst vor einigen Tagen eine Karte (die allerletzte der billigsten Kategorie, aber allein auf meiner Seite des Saales kamen wohl gegen ein Dutzend Leute nicht). Das hatte seine Gründe, und ganz unberechtigt waren diese wohl nicht.
Aber von Anfang an: Das Orchester unter Heras-Casado, der das komplette Programm aus dem Gedächtnis dirigierte, legte mit einer zügigen und überaus mitreissenden Hebriden-Ouvertüre los. Der helle, leichte Klang und das leichtfüssige Spiel mochten sehr zu überzeugen und das blieb über den ganzen Abend hinweg so. Das erhoffte Highlight war dann natürlich das Violinkonzert, doch auch seinetwegen hatte ich – trotz meiner grossen Wertschätzung von Isabelle Faust – einige Bedenken. Das Orchester war auch hier wieder tadellos, aber da und dort hätte man sich halt doch mehr Schwere gewünscht. Nicht grundsätzlich, aber als einzusetzendes, abrufbares Stilmittel; gerade im romantischen Repertoire darf es eben schon mal wuchtig klingen, dürfen die Streicher satt schwelgen. Fausts Einstieg fand ich überzeugend, ihre Verve, ihre Klarheit, spitz aber zugleich sanft gespielt – das gefiel. Doch in den lauten Passagen schien ihr Instrument manchmal etwas zu scheppern und dennoch war die Balance zwischen ihr und dem Orchester dann nicht mehr ganz im Lot – es war als ging nicht mehr, als wolle die Geige nicht mehr hergeben. Dann die nächste leisere oder schwindelerregend sich drehende Phrase, und Faust hatte wieder alles unter Kontrolle. So auch in der Kadenz. Doch der langsame Satz litt dann naturgemäss etwas unter der orchestralen Sprödheit.
Nach der Pause dann die programmliche Wackelpartie, die seltsame fünfte Symphonie, die ja eigentlich die zweite ist, und mit der ich im Gegensatz zur dritten und vierten (der „Schottischen“ und der „Italienischen“) nicht wirklich klar komme (mit der „Lobgesang“, gemäss Opus-Numerierung der zweiten, geht es mir ähnlich). Aber gut, die beiden inneren Sätze sind teils von bezaubernder Schönheit, doch der kurze dritte Satz, der so bezaubernd beginnt, fasert irgendwie ziellos aus – und dann leidet der Schlusssatz gerade wie der Kopfsatz unter einer Mischung, die ich eigentlich bisher nur bei Beethoven halbwegs erträglich finde: plakativ munter drauf, manchmal geradezu plump in der Motivik, und dann wieder ganz bezaubernde Momente, und das alles irgendwie in einer Art Dialog zusammenmontiert, dann obendrein – im Schlusssatz – noch die ganze lutherische christliche Kriegsmarsch-Ästhetik (wie Choräle schon bei Bach vom Himmlischen zum Waffengeklirr der stampfenden Soldaten kippen, wird mich wohl zeitlebens vor den Kopf stossen, ein feste Burg halt – nicht für mich, bitte!).
Aber gut, das klingt jetzt wohl zu negativ, denn insgesamt war das ein toller Einblick in das überaus interessante Schaffen von Mendelssohn, das ja gerade mit Beethoven und mit der Klassik sowieso bricht, dabei auf Bach zurückgreift und vorgreift auf Dinge, die erst viel später wieder auftauchen (zumindest scheint mir das so, meine Vertrautheit mit der Romantik hält sich bisher einigermassen in Grenzen und die Lust, das über Schumann und Brahms hinaus grossartig zu vertiefen, hält sich ebenso in Grenzen … Bruckner wieder, dann Mahler, klar, aber das geht da dann schon wieder entscheidende Schritte weiter, zumal bei Mahler). Faust setzte sich übrigens für die zweite Konzerthälfte unten ins Publikum, Heras-Casado bei der kurzen Kurtág-Encore von Faust hinten ins Orchester. Die Mendelssohn-Zugabe ganz zum Schluss hat Heras-Casado zwar angesagt, aber verstanden habe ich ihn nicht, verstanden habe ich nur, dass er sagte, originell sei die Wahl nicht gerade.
Neue Konzertreihe Zürich
Freiburger Barockorchester
Pablo Heras-Casado Leitung
Isabelle Faust Violine
Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouvertüre „Die Hebriden“ op. 26
Violinkonzert e-Moll op. 64
—
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 „Reformations-Sinfonie“
Ein Mendelssohn-Programm mit dem Freiburger Barockorchester … und das heiss geliebte Violinkonzert mit Isabelle Faust? Und dennoch holte ich mir erst vor einigen Tagen eine Karte (die allerletzte der billigsten Kategorie, aber allein auf meiner Seite des Saales kamen wohl gegen ein Dutzend Leute nicht). Das hatte seine Gründe, und ganz unberechtigt waren diese wohl nicht.
Aber von Anfang an: Das Orchester unter Heras-Casado, der das komplette Programm aus dem Gedächtnis dirigierte, legte mit einer zügigen und überaus mitreissenden Hebriden-Ouvertüre los. Der helle, leichte Klang und das leichtfüssige Spiel mochten sehr zu überzeugen und das blieb über den ganzen Abend hinweg so. Das erhoffte Highlight war dann natürlich das Violinkonzert, doch auch seinetwegen hatte ich – trotz meiner grossen Wertschätzung von Isabelle Faust – einige Bedenken. Das Orchester war auch hier wieder tadellos, aber da und dort hätte man sich halt doch mehr Schwere gewünscht. Nicht grundsätzlich, aber als einzusetzendes, abrufbares Stilmittel; gerade im romantischen Repertoire darf es eben schon mal wuchtig klingen, dürfen die Streicher satt schwelgen. Fausts Einstieg fand ich überzeugend, ihre Verve, ihre Klarheit, spitz aber zugleich sanft gespielt – das gefiel. Doch in den lauten Passagen schien ihr Instrument manchmal etwas zu scheppern und dennoch war die Balance zwischen ihr und dem Orchester dann nicht mehr ganz im Lot – es war als ging nicht mehr, als wolle die Geige nicht mehr hergeben. Dann die nächste leisere oder schwindelerregend sich drehende Phrase, und Faust hatte wieder alles unter Kontrolle. So auch in der Kadenz. Doch der langsame Satz litt dann naturgemäss etwas unter der orchestralen Sprödheit.
Nach der Pause dann die programmliche Wackelpartie, die seltsame fünfte Symphonie, die ja eigentlich die zweite ist, und mit der ich im Gegensatz zur dritten und vierten (der „Schottischen“ und der „Italienischen“) nicht wirklich klar komme (mit der „Lobgesang“, gemäss Opus-Numerierung der zweiten, geht es mir ähnlich). Aber gut, die beiden inneren Sätze sind teils von bezaubernder Schönheit, doch der kurze dritte Satz, der so bezaubernd beginnt, fasert irgendwie ziellos aus – und dann leidet der Schlusssatz gerade wie der Kopfsatz unter einer Mischung, die ich eigentlich bisher nur bei Beethoven halbwegs erträglich finde: plakativ munter drauf, manchmal geradezu plump in der Motivik, und dann wieder ganz bezaubernde Momente, und das alles irgendwie in einer Art Dialog zusammenmontiert, dann obendrein – im Schlusssatz – noch die ganze lutherische christliche Kriegsmarsch-Ästhetik (wie Choräle schon bei Bach vom Himmlischen zum Waffengeklirr der stampfenden Soldaten kippen, wird mich wohl zeitlebens vor den Kopf stossen, ein feste Burg halt – nicht für mich, bitte!).
Aber gut, das klingt jetzt wohl zu negativ, denn insgesamt war das ein toller Einblick in das überaus interessante Schaffen von Mendelssohn, das ja gerade mit Beethoven und mit der Klassik sowieso bricht, dabei auf Bach zurückgreift und vorgreift auf Dinge, die erst viel später wieder auftauchen (zumindest scheint mir das so, meine Vertrautheit mit der Romantik hält sich bisher einigermassen in Grenzen und die Lust, das über Schumann und Brahms hinaus grossartig zu vertiefen, hält sich ebenso in Grenzen … Bruckner wieder, dann Mahler, klar, aber das geht da dann schon wieder entscheidende Schritte weiter, zumal bei Mahler). Faust setzte sich übrigens für die zweite Konzerthälfte unten ins Publikum, Heras-Casado bei der kurzen Kurtág-Encore von Faust hinten ins Orchester. Die Mendelssohn-Zugabe ganz zum Schluss hat Heras-Casado zwar angesagt, aber verstanden habe ich ihn nicht, verstanden habe ich nur, dass er sagte, originell sei die Wahl nicht gerade.
Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov: Schumann, Sciarrino, Schubert - Tonhalle Zürich, 17. April 2016
17. April - Kammermusik-Soiree - Kleiner Saal, Tonhalle, Zürich
Isabelle Faust - Violine
Jean-Guihen Queyras - Violoncello
Alexander Melnikov - Klavier
ROBERT SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63
SALVATORE SCIARRINO: Trio Nr. 2 (1987)
FRANZ SCHUBERT: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898
Zugabe: SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 2 F-Dur op. 80 - III. In mässiger Bewegung
Sehr schöner Abend, ganz wie erhofft - und dass es nach der Pause Schubert statt des angekündigten ersten Klaviertrios von César Franck gab war am Ende wohl eher zu begrüssen (obgleich ich schon an Francks Trio interessiert gewesen wäre, zumal ich die vier frühen Klaviertrios nicht kenne). Wie die drei gemeinsam muszierten war wunderbar anzuschauen und anzuhören - sie tun das ja nicht als zusammengewürflete "All Stars" sondern mit Plan, Absicht und Beharrlichkeit seit Jahren. Es herrschte sichtlich gelassene Stimmung auf der Bühne, Queyras machte zu Beginn eine Ansage zur Programmänderung (anscheinend lagen Zettel auf, aber bis ich aufkreuzte waren die weg), als sie in der ersten Hälfte zu Sciarrino wiederkehrten, hatte Faust irgenwelche Probleme mit der unförmigen überformatigen Partitur - Melnikov grinste im Hintergrund und hielt sein Tablet in die Höhe ... das Stück von Sciarrino kam beim Rentnerpublikum (in 10 Jahren werden noch 20 Leute da sein, um an solche Konzerte zu gehen ... aber gut, bei Orchesterkonzerten oder Klavier-Rezitalen sieht es besser aus, Kammermusik scheint was für alte bis scheintote Leute zu sein, leider) nicht gut an, es gab Getuschel, etwas Gehuste, Rumgerutsche auf den Sitzen - aber ich fand es klasse, auch mal was Zeitgenössisches (na ja, 1987, immerhin) im Konzert zu hören. Grossteils bestand es aus Obertönen der Geige und des Cellos, die allerlei Reminiszenzen an Alltagsgeräusche und Vogelgezwitscher weckten und immer wieder ganz bezaubernd zusammenfanden und -klangen.
Das romantische, intensive Schumann-Trio und danach das irgendwie heiter-abgeklärte D 898 von Schubert mit seinen üppigen Beethoven-Anklängen ergaben einen tollen Kontrast. Schumann brütend, dicht, manchmal ziemlich dissonant und komplex, Schubert daneben für einmal ziemlich heiter (klar, ich mag D 929 auch etwas lieber, aber am Ende ist es doch fast schon beruhigend, auch vom späten Schubert noch ein Werk zu haben, das nicht so düster und brütend ist, nicht?) und klar, noch nahezu klassisch, oft sehr tänzerisch und leicht - und raffiniert in der Aufteilung der Stimmen: Während Schumann eher alles zugleich aufschichtet, treten vor allem Geige und Cello bei Schubert immer wieder - manchmal abrupt und überraschend - in den Dialog.
Isabelle Faust - Violine
Jean-Guihen Queyras - Violoncello
Alexander Melnikov - Klavier
ROBERT SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63
SALVATORE SCIARRINO: Trio Nr. 2 (1987)
FRANZ SCHUBERT: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898
Zugabe: SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 2 F-Dur op. 80 - III. In mässiger Bewegung
Sehr schöner Abend, ganz wie erhofft - und dass es nach der Pause Schubert statt des angekündigten ersten Klaviertrios von César Franck gab war am Ende wohl eher zu begrüssen (obgleich ich schon an Francks Trio interessiert gewesen wäre, zumal ich die vier frühen Klaviertrios nicht kenne). Wie die drei gemeinsam muszierten war wunderbar anzuschauen und anzuhören - sie tun das ja nicht als zusammengewürflete "All Stars" sondern mit Plan, Absicht und Beharrlichkeit seit Jahren. Es herrschte sichtlich gelassene Stimmung auf der Bühne, Queyras machte zu Beginn eine Ansage zur Programmänderung (anscheinend lagen Zettel auf, aber bis ich aufkreuzte waren die weg), als sie in der ersten Hälfte zu Sciarrino wiederkehrten, hatte Faust irgenwelche Probleme mit der unförmigen überformatigen Partitur - Melnikov grinste im Hintergrund und hielt sein Tablet in die Höhe ... das Stück von Sciarrino kam beim Rentnerpublikum (in 10 Jahren werden noch 20 Leute da sein, um an solche Konzerte zu gehen ... aber gut, bei Orchesterkonzerten oder Klavier-Rezitalen sieht es besser aus, Kammermusik scheint was für alte bis scheintote Leute zu sein, leider) nicht gut an, es gab Getuschel, etwas Gehuste, Rumgerutsche auf den Sitzen - aber ich fand es klasse, auch mal was Zeitgenössisches (na ja, 1987, immerhin) im Konzert zu hören. Grossteils bestand es aus Obertönen der Geige und des Cellos, die allerlei Reminiszenzen an Alltagsgeräusche und Vogelgezwitscher weckten und immer wieder ganz bezaubernd zusammenfanden und -klangen.
Das romantische, intensive Schumann-Trio und danach das irgendwie heiter-abgeklärte D 898 von Schubert mit seinen üppigen Beethoven-Anklängen ergaben einen tollen Kontrast. Schumann brütend, dicht, manchmal ziemlich dissonant und komplex, Schubert daneben für einmal ziemlich heiter (klar, ich mag D 929 auch etwas lieber, aber am Ende ist es doch fast schon beruhigend, auch vom späten Schubert noch ein Werk zu haben, das nicht so düster und brütend ist, nicht?) und klar, noch nahezu klassisch, oft sehr tänzerisch und leicht - und raffiniert in der Aufteilung der Stimmen: Während Schumann eher alles zugleich aufschichtet, treten vor allem Geige und Cello bei Schubert immer wieder - manchmal abrupt und überraschend - in den Dialog.
Klassik - 2015
23. September - Philharmonie, Köln
JOHANN SEBASTIAN BACH
Sei Solo. a Violino senza Basso accompagnato - Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001–1006)
Isabelle Faust Violine
Isabelle Faust mit Bach. Eine Epiphanie. Ich war völlig sprachlos. Die Musik ist ja bekanntermassen grossartig, aber sie live zu erleben war - trotz etwas unruhigen Publikums - nochmal etwas ganz anderes. Da steckt wirklich alles drin, was Musik kann, was möglich ist. Ein unfassbares Erlebnis.
: : . : : . : :
5. Dezember - Tonhalle, Zürich
Luba Orgonášová Sopran
Alisa Kolosova Alt
Pavel Cernoch Tenor
Peter Mikuláš Bass
Monteverdi Choir
Tonhalle-Orchester Zürich
Peter Solomon Orgel
John Eliot Gardiner
Leoš Janáček: Blaník-Ballade
Antonín Dvorák: Das goldene Spinnrad op. 109
--
Leoš Janáček: Glagolitische Messe
John Eliot Gardiners umwerfendes Debut mit dem Tonhalle-Orchester. Es öffnete mit der Blanik-Ballade von Janácek, darauf folgte Dvoráks Spinnrad. Das Orchester kam schnell in Schwung, das Zusammenspiel klappte so hervorragend, dass man dachte, die hätten schon unzählige Male mit Gardiner gearbeitet ... nach der Pause dann die glagolitische Messe, das Orchester noch etwas aufgestockt, der Chor, die beeindruckende Orgel, die auch ihren unbegleiteten Zwischensatz kriegt, dazu ein gutes Solistenquartett, besonders toll Luba Orgonasova. Es gab nur Kürzestkritiken in den zwei grossen Tageszeitungen, aber beide Rezensenten waren ähnlich begeistert wie ich.
: : . : : . : :
16. Oktober - Tonhalle, Zürich
MOZART Symphonie C-Dur KV 551 "Jupiter"
--
BRAHMS Violinkonzert D-Dur Op. 77
Zugabe: BACH: Preludio (Partita III, BWV 1006)
Frank Peter Zimmermann, Violine
Tonhalle Orchester Zürich
David Zinman
Mozart zog ein wenig an mir vorbei, wie das mit seinen Symphonien bisher bei mir halt ist ... das ist hübsch, regt mich beinah zu tapsigen Bärentanzschrittchen an, kommt mir aber nicht nahe. Gespielt schien mir das schlank, grossteils präzise, vermutlich ein wenig routiniert. [Das hat sich in der Zwischenzeit grundlegend geändert, aber von Mozart mag ich Nr. 40 wohl noch eine Spur lieber als die "Jupiter".]
Nach der Pause ging es mit Zimmermann und Brahms aber zur Sache - und wie! Er spielte manchmal fast zu leise, das mächtige Orchester schien ihn beinah zu verschlucken - aber das ist ja wiederum in diesem Konzert angelegt. Zimmermann spielte es sehr werkdienlich, sich zurücknehmend, mit Mut zur Hässlichkeit, zum Schrammeln, sein Ton hatte aber die meiste Zeit einen feinen Glanz - und Schmelz war auch in angemessenen Mengen da, Portamenti waren nicht selten, aber raffiniert gesetzt, immer wieder schien das ganze hart an den Grenzen des Tonalen vorbeizuschrammen, um im nächsten Moment wieder fast - immer nur fast! - kitschig zu klingen. Eine tolle Balance fand ich, auch im Ton, der nie dick war und eben dennoch Schmelz hatte. Das ganze war von einer zurückhaltenden Innigkeit, die mir äusserst gut gefiel - ein Feuer, das im Innern brennt und sich da und dort einen Weg bahnt, ohne dass es lodern müsste.
Ich hätte als Zugabe am liebsten gleich noch sein Mendelssohn-Konzert gehört ...
JOHANN SEBASTIAN BACH
Sei Solo. a Violino senza Basso accompagnato - Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001–1006)
Isabelle Faust Violine
Isabelle Faust mit Bach. Eine Epiphanie. Ich war völlig sprachlos. Die Musik ist ja bekanntermassen grossartig, aber sie live zu erleben war - trotz etwas unruhigen Publikums - nochmal etwas ganz anderes. Da steckt wirklich alles drin, was Musik kann, was möglich ist. Ein unfassbares Erlebnis.
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5. Dezember - Tonhalle, Zürich
Luba Orgonášová Sopran
Alisa Kolosova Alt
Pavel Cernoch Tenor
Peter Mikuláš Bass
Monteverdi Choir
Tonhalle-Orchester Zürich
Peter Solomon Orgel
John Eliot Gardiner
Leoš Janáček: Blaník-Ballade
Antonín Dvorák: Das goldene Spinnrad op. 109
--
Leoš Janáček: Glagolitische Messe
John Eliot Gardiners umwerfendes Debut mit dem Tonhalle-Orchester. Es öffnete mit der Blanik-Ballade von Janácek, darauf folgte Dvoráks Spinnrad. Das Orchester kam schnell in Schwung, das Zusammenspiel klappte so hervorragend, dass man dachte, die hätten schon unzählige Male mit Gardiner gearbeitet ... nach der Pause dann die glagolitische Messe, das Orchester noch etwas aufgestockt, der Chor, die beeindruckende Orgel, die auch ihren unbegleiteten Zwischensatz kriegt, dazu ein gutes Solistenquartett, besonders toll Luba Orgonasova. Es gab nur Kürzestkritiken in den zwei grossen Tageszeitungen, aber beide Rezensenten waren ähnlich begeistert wie ich.
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16. Oktober - Tonhalle, Zürich
MOZART Symphonie C-Dur KV 551 "Jupiter"
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BRAHMS Violinkonzert D-Dur Op. 77
Zugabe: BACH: Preludio (Partita III, BWV 1006)
Frank Peter Zimmermann, Violine
Tonhalle Orchester Zürich
David Zinman
Mozart zog ein wenig an mir vorbei, wie das mit seinen Symphonien bisher bei mir halt ist ... das ist hübsch, regt mich beinah zu tapsigen Bärentanzschrittchen an, kommt mir aber nicht nahe. Gespielt schien mir das schlank, grossteils präzise, vermutlich ein wenig routiniert. [Das hat sich in der Zwischenzeit grundlegend geändert, aber von Mozart mag ich Nr. 40 wohl noch eine Spur lieber als die "Jupiter".]
Nach der Pause ging es mit Zimmermann und Brahms aber zur Sache - und wie! Er spielte manchmal fast zu leise, das mächtige Orchester schien ihn beinah zu verschlucken - aber das ist ja wiederum in diesem Konzert angelegt. Zimmermann spielte es sehr werkdienlich, sich zurücknehmend, mit Mut zur Hässlichkeit, zum Schrammeln, sein Ton hatte aber die meiste Zeit einen feinen Glanz - und Schmelz war auch in angemessenen Mengen da, Portamenti waren nicht selten, aber raffiniert gesetzt, immer wieder schien das ganze hart an den Grenzen des Tonalen vorbeizuschrammen, um im nächsten Moment wieder fast - immer nur fast! - kitschig zu klingen. Eine tolle Balance fand ich, auch im Ton, der nie dick war und eben dennoch Schmelz hatte. Das ganze war von einer zurückhaltenden Innigkeit, die mir äusserst gut gefiel - ein Feuer, das im Innern brennt und sich da und dort einen Weg bahnt, ohne dass es lodern müsste.
Ich hätte als Zugabe am liebsten gleich noch sein Mendelssohn-Konzert gehört ...
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