Gestern Bob Dylan in Basel - schon beim Reinkommen war ich positiv überrascht, der Saal war ziemlich stimmungsvoll, die gaben sich echt Mühe (auch mit der sehr passenden - natürlich unaufdringlichen - Beleuchtung während dem Konzert ... und Leute, die das Handy zückten, wurden umgehend von Ordern geblendet, man konnte also praktisch ungestört das Konzert geniessen).
Die Setliste war exakt dieselbe wie an den paar Abenden zuvor:
:: set 1 ::
Things Have Changed
She Belongs To Me
Beyond Here Lies Nothin'
What'll I Do
Duquesne Whistle
Melancholy Mood
Pay In Blood
I'm a Fool to Want You
Tangled Up In Blue
:: set 2 ::
High Water (For Charley Patton)
Why Try to Change Me Now
Early Roman Kings
The Night We Called it a Day
Spirit On The Water
Scarlet Town
All Or Nothing At All
Long And Wasted Years
Autumn Leaves
:: encore ::
Blowin' In The Wind
Love Sick
Highlights für mich: im ersten Set "Duquesne Whistle", natürlich dann "Tangled Up in Blue" (das Publikum brauchte erstaunlich lange, von den alten Songs fand ich "Melancholy Mood" am schönsten. Das Set dauerte nur ca. 40 Minuten, danach gab's eine Pause. Das zweite Set öffnete dann mit "High Water", für mich weiterhin ein "high water mark" der letzten 20 Jahre Dylans, phantastischer Song in einer guten Performance und es wurde schnell klar, dass die Band nochmal einen Gang hochgeschaltet hatte. Überhaupt die Band - die Kombination aus Lockerheit und äusserst engem Zusammenspiel, die alles durchdringende Musikalität ... es macht unglaublichen Spass, dem lauschen zu dürfen! Der weitgehende Verzicht auf Soli fällt da überhaupt nichts ins Gewicht, denn es ist viel schöner, denen beim riffen zuzuhören als wenn einer sich plötzlich auf einen Ego-Trip verabschieden würde. Charlie Sexton hatte seine paar Momente, Donnie Herron ebenso, Stu Kimball erwies sich derweil als sehr guter Rhythmus-Sklave - ich glaube so klar gehört, wer was gespielt hat, habe ich noch bei keinem Dylan-Konzert. Garniers Kontrabass (ich schätze ca. 2/3 Bassgitarre, 1/3 Kontrabass) war leider in den Mitten etwas übersteuert, wenn er zum Bogen griff (in den Intros der Oldies, bei einem oder zwei das ganze Stück hindurch) und nicht in den tiefen Lagen blieb, klang das ziemlich übel (man kennt das so ähnlich von Jazz-Aufnahmen der späten 70er und der 80er). Aber als er dann mal ein paar Takte ganz aussetzte, wurde klar, wie sehr sein Spiel eben doch den Sound der ganzen Band prägt - er ist ja auch der altgedienteste der Band (hat er eigentlich seit dem 1. Juli 1989, Concert # 75 of The Never-Ending Tour, jemals ein Konzert verpasst? Die aktuelle Tour begann mit # 497!). Weitere Highlights waren für mich dann "Early Roman Kings", "The Night We Called It a Day" und "All Or Nothing at All" und dann die zweite Encore, "Love Sick". Dylan war gut bei Stimme, ein paar steife Tanzschritte gab es auch, aber nicht die gelöste Atmosphäre wie bei meinem letzten Konzert (Sursee 2011), wo dafür der Sound nicht annähernd so gut war (Open Air halt).
Auf dem Heimweg im Zug dann die schrecklichen News aus Paris mitgekriegt - beklemmend und ein beschissener Abschluss eines ansonsten grossartigen Tages.
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Bob Dylan - Sursee, 24. Juni 2011
Absolut grossartiges Konzert gestern in Sursee!
Die Setlist:
1. Leopard-Skin Pill-Box Hat (Bob on keyboard)
2. Don't Think Twice, It's All Right (Bob on keyboard)
3. Things Have Changed (Bob center stage - no harp)
4. To Ramona (Bob center stage on harp then keyboard)
5. Beyond Here Lies Nothin' (Bob center stage on harp then keyboard, Donnie on trumpet)
6. Make You Feel My Love (Bob on guitar)
7. Tweedle Dee & Tweedle Dum (Bob on guitar)
8. Tangled Up In Blue (Bob center stage on harp)
9. Jolene (Bob on keyboard)
10. Ballad Of Hollis Brown (Bob center stage - no harp, Donnie on banjo)
11. Highway 61 Revisited (Bob on keyboard)
12. A Hard Rain's A-Gonna Fall (Bob on keyboard)
13. Thunder On The Mountain (Bob on keyboard)
14. Ballad Of A Thin Man (Bob center stage - no harp)
(encore)
15. Like A Rolling Stone (Bob on keyboard)
16. All Along The Watchtower (Bob center stage - no harp)
17. Blowin' In The Wind (Bob on keyboard then center stage on harp, Donnie on violin)
Highlighst waren für mich "Ballad of a Thin Man", eins meiner Lieblingsstücke vom Meister, dann "Don't Think Twice", "Tangled Up in Blue" und "Tweedle Dee & Tweedle Dum", die dritte Zugabe (mit Donnie Herron an der Geige) und ganz besonders toll war "Hard Rain" - Dylan ziemlich wagemutig... er weiss wohl ganz genau, was mit seiner Stimme momentan drinliegt und kostet das bis zum letzten aus - ein grosses Vergnügen, das zu hören!
Ach ja, und er hat über die Jahre ganz ordentlich gelernt, mit den Keys umzugehen... weiss zwar nicht, was er genau vor sich stehen hatte, aber hinter ihm stand ein Leslie und machte die Orgel röhren, wie es sich gehört - er spielte auch ein paar Stücke an der Gitarre und einige sang er nur und machte ein klein wenig auf Entertainer, mal rasch ein Bein hoch und eine linkische Drehung hie und da... so wie wir ihn halt lieben.
Die Band war einmal mehr erstklassig drauf, Receli an den Drums und Garnier legten den Groove und die anderen konnten anstellen, was sie wollten... diese Mischung aus sehr "tight" und "together" und der zugleich grösstmöglichen Freiheit (was natürlich nicht heisst, dass man endlose Soli über sich ergehen lassen musste, ganz im Gegenteil) macht für mich diese Band so toll.
Hab Bob zwar erst zum vierten Mal seit 1990 oder 1991 gesehen, aber das war bestimmt das beste der vier!
Vorband in Sursee war der Schweizer Roots-Rocker Hank Shizzoe - nicht übel, aber auch nicht allzu grossartig. War wohl das grösste Publikum, das er je vor sich stehen hatte (es heisst ca. 8000 - es gab wohl ca. 2000 Sitzplätze und es wäre für ca. 10'000 Leute zum Stehen Platz gewesen, war also nicht voll, sah aber auch nicht unbedingt danach aus, als hätten noch 4000 mehr Platz gehabt). Shizzoe hat sich wacker geschlagen, aber manche seiner Songs waren für die grosse Bühne nicht wirklich geeignet - aber er hat jedenfalls das beste draus gemacht.
Die Setlist:
1. Leopard-Skin Pill-Box Hat (Bob on keyboard)
2. Don't Think Twice, It's All Right (Bob on keyboard)
3. Things Have Changed (Bob center stage - no harp)
4. To Ramona (Bob center stage on harp then keyboard)
5. Beyond Here Lies Nothin' (Bob center stage on harp then keyboard, Donnie on trumpet)
6. Make You Feel My Love (Bob on guitar)
7. Tweedle Dee & Tweedle Dum (Bob on guitar)
8. Tangled Up In Blue (Bob center stage on harp)
9. Jolene (Bob on keyboard)
10. Ballad Of Hollis Brown (Bob center stage - no harp, Donnie on banjo)
11. Highway 61 Revisited (Bob on keyboard)
12. A Hard Rain's A-Gonna Fall (Bob on keyboard)
13. Thunder On The Mountain (Bob on keyboard)
14. Ballad Of A Thin Man (Bob center stage - no harp)
(encore)
15. Like A Rolling Stone (Bob on keyboard)
16. All Along The Watchtower (Bob center stage - no harp)
17. Blowin' In The Wind (Bob on keyboard then center stage on harp, Donnie on violin)
Highlighst waren für mich "Ballad of a Thin Man", eins meiner Lieblingsstücke vom Meister, dann "Don't Think Twice", "Tangled Up in Blue" und "Tweedle Dee & Tweedle Dum", die dritte Zugabe (mit Donnie Herron an der Geige) und ganz besonders toll war "Hard Rain" - Dylan ziemlich wagemutig... er weiss wohl ganz genau, was mit seiner Stimme momentan drinliegt und kostet das bis zum letzten aus - ein grosses Vergnügen, das zu hören!
Ach ja, und er hat über die Jahre ganz ordentlich gelernt, mit den Keys umzugehen... weiss zwar nicht, was er genau vor sich stehen hatte, aber hinter ihm stand ein Leslie und machte die Orgel röhren, wie es sich gehört - er spielte auch ein paar Stücke an der Gitarre und einige sang er nur und machte ein klein wenig auf Entertainer, mal rasch ein Bein hoch und eine linkische Drehung hie und da... so wie wir ihn halt lieben.
Die Band war einmal mehr erstklassig drauf, Receli an den Drums und Garnier legten den Groove und die anderen konnten anstellen, was sie wollten... diese Mischung aus sehr "tight" und "together" und der zugleich grösstmöglichen Freiheit (was natürlich nicht heisst, dass man endlose Soli über sich ergehen lassen musste, ganz im Gegenteil) macht für mich diese Band so toll.
Hab Bob zwar erst zum vierten Mal seit 1990 oder 1991 gesehen, aber das war bestimmt das beste der vier!
Vorband in Sursee war der Schweizer Roots-Rocker Hank Shizzoe - nicht übel, aber auch nicht allzu grossartig. War wohl das grösste Publikum, das er je vor sich stehen hatte (es heisst ca. 8000 - es gab wohl ca. 2000 Sitzplätze und es wäre für ca. 10'000 Leute zum Stehen Platz gewesen, war also nicht voll, sah aber auch nicht unbedingt danach aus, als hätten noch 4000 mehr Platz gehabt). Shizzoe hat sich wacker geschlagen, aber manche seiner Songs waren für die grosse Bühne nicht wirklich geeignet - aber er hat jedenfalls das beste draus gemacht.
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