20:15 Werkstattkonzert 1. Set
Urs Leimgruber – Saxophon
Pascal Marzan – Gitarre
21:00 Werkstattkonzert 2. Set
Devin Gray – Schlagzeug
Eve Risser – Klavier
Miles Perkin – Bass
Gestern Abend mein letztes Jazzkonzert vor der überlangen Sommerpause – die auch dieses Jahr durch das Météo in Mulhouse
etwas verkürzt wird (es scheint leider zur Tradition zu werden, dass
ich den Eröffnungsabend verpasse, dieses Jahr u.a. Evan Parker/Matthew
Shipp, was mich schon sehr interessieren würde; letztes Mal lag es an
zuwenig Urlaub, dieses Mal immerhin wegen „L’Orfeo“ unter Gardiner in
Luzern). Es gab zwei frei improvisierte Sets von wohl einer
Dreiviertelstunde Dauer, beide gut gelungen, beide von Combos, die wohl
noch nicht oft zusammengespielt haben (beim Trio im zweiten Set bin ich
nicht sicher, ob das nicht das erste Mal überhaupt war, Devin Gray lud
ein und wählte die beiden anderen aus, wie es schien).
Im ersten Set traf der Luzerner Klangalchimist Urs Leimgruber (den ich skandalöserweise tatsächlich nach wohl über einem Dutzend Jahren erst zum zweiten Mal live hörte) auf Pascal Marzan
aus Paris. Die beiden steigen den Klängen nach, noch den feinsten,
leisesten. Das tun sie mit Beharrlichkeit und einer guten Prise Humor.
Marzan spielt eine akustische Gitarre, in die er ein kleines Mikro
klebt, damit auch die ganzen Präparierungen, die er vornimmt, gehört
werden können. Er schiebt Dinge zwischen Griffbrett und Saiten wie auch
und unter die offenen Saiten, traktiert diese mit verschiedenen
Gegenständen, wendet aber ebenso – auch in Kombination mit Präparationen
– Flamenco- und klassische Spieltechniken an. Leimbgruber stopfte sein
Sopransaxophon mit einem Dämpfer, der wie ein angepasster
Trompetendämpfer aussah, was bei hohen Tönen einen leichten
Verfremdungseffekt hat, vor allem bei vollständig geschlossenen Klappen
jedoch einen speziellen Effekt bringt, den er da und dort auch quasi zum
Dialog mit sich selbst, zur Antwort auf offene Linien in höheren Lagen,
einsetzte. Am Tenor nahm er auch mal das Mundstück ab, blies in den
Bogen, nahm auch diesen ab, hielt ihn mit kleiner Distanz vor die Lippen
und spielte mit Luftströmen, die brachen und ganz leise Klänge
erzeugten. Auch für das Tenoraxophon verfügt er über einen Dämpfer. Was
er mit den beiden Instrumenten alles anstellt, ist jedenfalls
phänomenal, dass er – durch die Om-Reunion, soweit ich weiss – auch das
kraftvolle tonale Spiel wiederentdeckt hat und auch dieses einbaut, was
nahtlos und völlig organisch gelingt, erweitert die Klangpalette noch
zusätzlich. In Marzan (den ich davor nicht einmal dem Namen nach kannte)
hat er einen kongenialen Partner gefunden, der mir nur da und dort
etwas konventionell schien, insgesamt aber sehr schön zu Leimgruber
passte. Hier gibt es ein interessantes Interview und diverse Hörproben
von Marzan:
http://preparedguitar.blogspot.ch/2015/02/pascal-marzan-13-questions.html
Nach der Pause gab es dann ein Trio mit Eve Risser am präparierten Piano, Miles Perkin am Kontrabass und Devin Gray
am Schlagzeug. Das Trio sass im ersten Set im Publikum und hörte zu,
das Duo tat im zweiten Set dasselbe – um sich zu vergegenwärtigen, wie
die WIM (Werkstatt für Improvisierte Musik) aussieht: im Regelfall sind
da zwei bis maximal drei Stuhlreihen von etwa 8-10 Stühlen, in der Regel
sind einige von ihnen leer. Tagsüber und auch an den meisten Abenden
proben hier lokale Musiker, ein bis zweimal wöchentlich finden Konzerte
statt, es gibt regelmässige Reihen (z.B. von Saxophonist und Bandleader Omri Ziegele und seinem Langzeitprojekt Billiger Bauer oder von Drummer Heinz Geisser,
den man vielleicht von den Alben des Collective 4tet auf Leo kennt).
Oft sitzen denn auch andere Musiker im Publikum und hören, was ihre
Kollegen aushecken. Immer wieder sind aber auch Gäste aus der halben
Welt da, wie eben auch gestern Abend, als der amerikanische Drummer
Devin Gray mit der Elsässerin Eve Risser und dem Kanadier Miles Perkin
(derzeit wie es scheint in Berlin domiziliert und auch an Schaubühne
tätig ist und – wenig überraschend, wenn man ihn spielen sieht – auch
als Tänzer arbeitet) ein Trio bildete. Präparationen gab es natürlich
noch mehr, Risser hatte wohl zwei Dutzend kleinere und grössere
Gegenstände im Flügel verteilt, die sie immer wieder umarrangierte,
während sie die Tasten bearbeitete oder mit verschiedenen Schlägeln die
Saiten im Innern des Instruments bearbeitete. Gray spielte über weite
Strecken mit Besen, schnappte sich manchmal auch kleine Glöcklein,
lauschte wie auch Risser und zuvor das Duo den Klängen nach, schien sich
für eine Weile fast im Schlagzeug verkriechen zu wollen. Sein Spiel war
(neben Marzan) die Entdeckung des Abends, erscheint es doch zugleich
sehr locker und total kontrolliert, frei und doch oft auch mit einem
mitreissenden Puls, um nicht von Groove zu reden. Das Trio erzeugte
nicht die hochkonzentrierte, durchaus als Zumutung zu bezeichnende
Dichte des ähnlich gelagerten Trios „en corps“ mit Risser, Benjamin
Duboc und Edward Perraud (das neue Album ist wohl mein Album des Jahres
und das erste wäre es vor ein paar Jahren auch gewesen, wenn ich es
gekannt hätte), da war viel mehr Luft, auch das in der Tat tänzerische
Spiel von Perkin öffnete Räume. Risser hielt sich über weite Strecken
zurück, wobei mir nicht ganz klar war, ob sie darauf wartete, dass die
anderen in einen allmählichen Steigerungslauf einfallen würden,
jedenfalls gab es erst im letzten Drittel Passagen, in denen ihr Spiel
sich verdichtete und auch mal laut wurde, inklusive ganze Unterarme auf
der Tastatur, was das Arsenal im Innern des Flügels in nervöse Unruhe
versetzte. Ein schönes, nicht überragendes Set.
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Swanky Mothers feat. Roberto Domeniconi – WIM, Zürich, 10. Juni 2017
Jonas Labhart (as, bari), Beat Gisler (elb), Marius Peyer (d), Roberto Domeniconi (keys)
Gestern spielten die Swanky Mothers das 51. und letzte ihrer über etwa fünf Jahre monatlich durchgeführten Konzerte in der Werkstatt für Improvisierte Musik in Zürich. Als Gast hatten sie zum Abschied den Keyboarder Roberto Domeniconi eingeladen. Das ca. einstündige Set ging ziemlich ab. Die Keys fiepsten und jaulten, die Rhythmen von Drums und E-Bass verzahnten sich immer wieder zu engen, harten Grooves, dazu stiessen die Saxophone, mal schreiend, mal in den Groove einfallend, der sich stapfend und schnaubend auf das nächste Level emporschwang. So klingen Free Funk und Rock Jazz durch die Brille des Free Jazz – sehr intensive, oft verschattete Musik, die in die Beine genauso geht wie in den Bauch und in den Kopf. Ein würdiger Abschluss der langen Serie (die ich, zu meiner Schande, ansonsten völlig verpasst habe).
Gestern spielten die Swanky Mothers das 51. und letzte ihrer über etwa fünf Jahre monatlich durchgeführten Konzerte in der Werkstatt für Improvisierte Musik in Zürich. Als Gast hatten sie zum Abschied den Keyboarder Roberto Domeniconi eingeladen. Das ca. einstündige Set ging ziemlich ab. Die Keys fiepsten und jaulten, die Rhythmen von Drums und E-Bass verzahnten sich immer wieder zu engen, harten Grooves, dazu stiessen die Saxophone, mal schreiend, mal in den Groove einfallend, der sich stapfend und schnaubend auf das nächste Level emporschwang. So klingen Free Funk und Rock Jazz durch die Brille des Free Jazz – sehr intensive, oft verschattete Musik, die in die Beine genauso geht wie in den Bauch und in den Kopf. Ein würdiger Abschluss der langen Serie (die ich, zu meiner Schande, ansonsten völlig verpasst habe).
Labels:
Beat Gisler,
Jonas Labhart,
Marius Peyer,
Roberto Domeniconi,
WIM Zürich
Unerhört! 2016 - Ellery Eskelin/Christian Weber/Michael Griener, Booklet (Tobias Delius/Joe Williamson/Steve Heather), Peter K. Frey, Hans-Peter Pfammatter
Dieses Jahr liegt ein extensiver Unerhört-Besuch leider nicht drin (und das Programm verlangt ihn auch nicht so sehr wie letztes Jahr), aber zwei Abende und damit zwei Tenorsaxophonisten liess ich mir nicht entgehen.
23.11. – GZ Riesbach, Zürich
Es spielte das Trio Ellery Eskelin-Christian Weber-Michael Griener. Die drei hatten sich vor ein paar Jahren kennengelernt, traten 2011 in Willisau auf (es gibt Auszüge auf Youtube), später in New York ausführlicher zusammen geprobt, die gemeinsame Liebe zu alten Standards entdeckt … und das heisst in diesem Fall wirklich alt, „Moten Swing“ ist das jüngste Stück des Programms, das gerade bei Intakt erschienen ist und vorgestern gespielt wurde (die CD wurde Anfang 2016 eingespielt, ist auf 2017 datiert, war am Konzert aber bereits käuflich zu erwerben: „Sensations of Tone“, Intakt 276, 2017). Auch Stücke von Jelly Roll Morton oder Fats Waller standen auf dem Programm, sie wurden im Wechsel gespielt mit freien Stücken, die wohl teils ein wenig zurechtgelegt waren, in eine bestimmte Richtung gehen sollten.
Jedenfalls war das ein eindrückliches Set, sehr zurückhaltend und völlig unprätentiös gespielt. Zudem rein akustisch, was ja heute leider eine seltene Kunst ist. Weber hat am Kontrabass einen Ton, der tragend und voluminös genug ist, Griener spielt ein Drum-Kit mit kleiner Bass-Drum (sehr dünn, nur so 25 cm zwischen den Fellen), einer sehr flachen Snare und ähnlich flachen Toms. Das führt zu einer enormen Transparenz, was Eskelin auch in seinen Liner Notes im Booklet der neuen CD hervorhebt. Eskelin war wahnsinnig eindrücklich, spielte sowohl in den freien Stücke wie in den Standards wunderbare Soli mit grossem Sinn für die weiten Bögen, die Gesamtarchitektur, voller kleiner Verfärbungen, Mikrotönen, alternativen Griffen und sowas, aber auch hart swingend und zugleich total entspannt. Das Zusammenspiel des Trios war klasse, das war alles mit einer Nonchalance und auch mit grosser Bescheidenheit gespielt, leise und unaufgeregt, aber gleichzeitig mit höchster Dichte, grosse Konzentration bei lockerer Gelöstheit.
Danach folgte ein zweites Set mit Hans-Peter Pfammatter & Big Band der Hochschule Luzern-Musik. Nach dem bezaubernden Trio hatte ich etwas Bedenken, überhaupt dortzubleiben, doch das hat sich durchaus gelohnt. Die jungen Musikerinnen und Musiker spielten mit Engagement und manche mit beträchtlichem Können, die in kurzer Zeit einstudierten Arrangements von Pfammatter hatten es in sich, es gab auch keinen konventionell swingenden Big Band Jazz, eher eine Mischung irgendwo zwischen Sun Ra, Zappa, Don Ellis, Steve Reich, zwischen Jazz, Grooves und Space Funk. An letzterem hatte Leader Pfammatter keinen geringen Anteil, er sass mit dem Rücken zum Publikum an einem alten Analog-Synthesizer, der immer wieder in den Klang der Big Band (mit prominenter Gitarre, Kontrabass, Drums, Upright-Piano sowie den üblichen 4-4-5-Bläsern) und dirigierte die Band. Der Synthesizer kam sowohl solistisch als auch im Rahmen der Arrangements zum Einsatz, das ganze Set war abwechslungsreich, von Freiem, eher Klamaukigen bis hin zu raffiniert geschichteten und funky groovenden Sound-Collagen.
24.11. – WIM, Zürich
Der zweite und leider letzte Abend, den ich dieses Jahr am Unerhört besuchte, stellte sich ebenfalls als sehr lohnenswert heraus. Tobias Delius hatte ich vor ein paar Wochen ja bereits in Basel gehört und davor vor elf Jahren auch schon am Unerhört mit dem ICP Orchestra. Schon damals hinterliess Delius einen hervorragenden Eindruck und – aufgrund des kurzen Festivalsets – Lust auf mehr.
Dass es also endlich mal klappte, ihn in angemessenem Rahmen hören zu können, war umso schöner. Den Auftakt des Abends in der kleinen Werkstatt für improvisierte Musik machte Peter K. Frey, solo am Kontrabass. Frey gehört zu den Gründern der WIM und im Publikum sassen verschiedene vertraute Gesichter der Zürcher Szene, darunter die Pianistinnen Gabriela Friedli und Irène Schweizer, die Schlagzeuger Dieter Ulrich und Christian Wolfahrt, der Elektrobassist Jan Schlegel oder der Saxophonist Omri Ziegele, der als Mitinitiator von Unerhört auch die Ansage machte. Frey spielte ein leises Set, das auf zurückhaltende Art aber recht intensiv wurde und mich wohl nach einer Viertelstunde hereinzog.
Nach der Pause dann das Trio Booklet, das sind: Tobias Delius (ts, cl), Joe Williamson (b) und Steve Heather (d). Heather sass an demselben sehr besonderen Kit, das Michael Griener am Vorabend beim Konzert mit Eskelin und Weber schon gespielt hatte – eine sehr schmale Bass-Drum (vielleicht 20 cm zwischen den Fellen), eine ganz flache Snare (wenig mehr als 5 cm), zwei flache Toms (ich dachte zunächst sogar, das seien weitere Snares, sie haben etwa die Höhe normaler Snares), dazu ein Hi-Hat und zwei weitere Becken (keines davon ein riesiges Ride). Nach dem Konzert ergab sich die Gelegenheit zu einer kurzen Unterhaltung mit Griener, dessen Kit eben darauf angelegt ist, dass er in einer unverstärkten Situation zulangen kann, ohne permanent Angst haben zu müssen, die anderen Musiker zuzudecken, was wie er meinte gerade bei Eskelin unglaublich gut ankomme – eine solche Rhythmusgruppe, also Weber/Griener, gäbe es in New York nicht, und nachdem mal das Eis gebrochen gewesen sei, hätte das Zusammenspiel allen dreien grosses Vergnügen bereitet … hoffen wir, dass die neue Intakt-CD dem Trio etwas Auftrieb gibt und zu weiteren Auftritten führen wird, es wäre zu schade, wenn diese hervorragende Kombination nicht öfter zu hören wäre!
Aber gut, Booklet: Delius stand praktisch vor meiner Nase und es war phantastisch (wie schon bei Eskelin am Vorabend) aus der Nähe die ganzen Nuancen und tonalen Schattierungen, das Spiel mit dem Atem, den mechanischen Geräuschen zu hören, das bei Delius ja nicht alleine kommt sondern in die Töne eingebettet und integriert wird. Das Trio machte sofort Dampf, es präsentierte ein äusserst variantenreiches Set, das von freien Passagen bis nach Südafrika reichte. Aus einfachsten Grooves (einmal klöppelte Heather einen Beat fast wie auf Miles‘ „In a Silent Way“) entwickelten sich Bögen, die aber immer wieder unerwartete Haken schlugen – vom Verschwurbelt-Verspielten zum melodisch-motivischen Tenorsaxophon mit der Souveränität eines Sonny Rollins innert weniger Sekunden. Sehr toll auch, wie offen das Trio aufeinander reagiert, im permanenten Wachzustand und natürlich auch mit der Souveränität, etwas laufen zu lassen – man braucht ja nicht auf jeden Hinweis, jedes Angebot der anderen beiden einzugehen, auch im Interplay liegt die Würze oft in der Auswahl.
23.11. – GZ Riesbach, Zürich
Es spielte das Trio Ellery Eskelin-Christian Weber-Michael Griener. Die drei hatten sich vor ein paar Jahren kennengelernt, traten 2011 in Willisau auf (es gibt Auszüge auf Youtube), später in New York ausführlicher zusammen geprobt, die gemeinsame Liebe zu alten Standards entdeckt … und das heisst in diesem Fall wirklich alt, „Moten Swing“ ist das jüngste Stück des Programms, das gerade bei Intakt erschienen ist und vorgestern gespielt wurde (die CD wurde Anfang 2016 eingespielt, ist auf 2017 datiert, war am Konzert aber bereits käuflich zu erwerben: „Sensations of Tone“, Intakt 276, 2017). Auch Stücke von Jelly Roll Morton oder Fats Waller standen auf dem Programm, sie wurden im Wechsel gespielt mit freien Stücken, die wohl teils ein wenig zurechtgelegt waren, in eine bestimmte Richtung gehen sollten.
Jedenfalls war das ein eindrückliches Set, sehr zurückhaltend und völlig unprätentiös gespielt. Zudem rein akustisch, was ja heute leider eine seltene Kunst ist. Weber hat am Kontrabass einen Ton, der tragend und voluminös genug ist, Griener spielt ein Drum-Kit mit kleiner Bass-Drum (sehr dünn, nur so 25 cm zwischen den Fellen), einer sehr flachen Snare und ähnlich flachen Toms. Das führt zu einer enormen Transparenz, was Eskelin auch in seinen Liner Notes im Booklet der neuen CD hervorhebt. Eskelin war wahnsinnig eindrücklich, spielte sowohl in den freien Stücke wie in den Standards wunderbare Soli mit grossem Sinn für die weiten Bögen, die Gesamtarchitektur, voller kleiner Verfärbungen, Mikrotönen, alternativen Griffen und sowas, aber auch hart swingend und zugleich total entspannt. Das Zusammenspiel des Trios war klasse, das war alles mit einer Nonchalance und auch mit grosser Bescheidenheit gespielt, leise und unaufgeregt, aber gleichzeitig mit höchster Dichte, grosse Konzentration bei lockerer Gelöstheit.
Danach folgte ein zweites Set mit Hans-Peter Pfammatter & Big Band der Hochschule Luzern-Musik. Nach dem bezaubernden Trio hatte ich etwas Bedenken, überhaupt dortzubleiben, doch das hat sich durchaus gelohnt. Die jungen Musikerinnen und Musiker spielten mit Engagement und manche mit beträchtlichem Können, die in kurzer Zeit einstudierten Arrangements von Pfammatter hatten es in sich, es gab auch keinen konventionell swingenden Big Band Jazz, eher eine Mischung irgendwo zwischen Sun Ra, Zappa, Don Ellis, Steve Reich, zwischen Jazz, Grooves und Space Funk. An letzterem hatte Leader Pfammatter keinen geringen Anteil, er sass mit dem Rücken zum Publikum an einem alten Analog-Synthesizer, der immer wieder in den Klang der Big Band (mit prominenter Gitarre, Kontrabass, Drums, Upright-Piano sowie den üblichen 4-4-5-Bläsern) und dirigierte die Band. Der Synthesizer kam sowohl solistisch als auch im Rahmen der Arrangements zum Einsatz, das ganze Set war abwechslungsreich, von Freiem, eher Klamaukigen bis hin zu raffiniert geschichteten und funky groovenden Sound-Collagen.
24.11. – WIM, Zürich
Der zweite und leider letzte Abend, den ich dieses Jahr am Unerhört besuchte, stellte sich ebenfalls als sehr lohnenswert heraus. Tobias Delius hatte ich vor ein paar Wochen ja bereits in Basel gehört und davor vor elf Jahren auch schon am Unerhört mit dem ICP Orchestra. Schon damals hinterliess Delius einen hervorragenden Eindruck und – aufgrund des kurzen Festivalsets – Lust auf mehr.
Dass es also endlich mal klappte, ihn in angemessenem Rahmen hören zu können, war umso schöner. Den Auftakt des Abends in der kleinen Werkstatt für improvisierte Musik machte Peter K. Frey, solo am Kontrabass. Frey gehört zu den Gründern der WIM und im Publikum sassen verschiedene vertraute Gesichter der Zürcher Szene, darunter die Pianistinnen Gabriela Friedli und Irène Schweizer, die Schlagzeuger Dieter Ulrich und Christian Wolfahrt, der Elektrobassist Jan Schlegel oder der Saxophonist Omri Ziegele, der als Mitinitiator von Unerhört auch die Ansage machte. Frey spielte ein leises Set, das auf zurückhaltende Art aber recht intensiv wurde und mich wohl nach einer Viertelstunde hereinzog.
Nach der Pause dann das Trio Booklet, das sind: Tobias Delius (ts, cl), Joe Williamson (b) und Steve Heather (d). Heather sass an demselben sehr besonderen Kit, das Michael Griener am Vorabend beim Konzert mit Eskelin und Weber schon gespielt hatte – eine sehr schmale Bass-Drum (vielleicht 20 cm zwischen den Fellen), eine ganz flache Snare (wenig mehr als 5 cm), zwei flache Toms (ich dachte zunächst sogar, das seien weitere Snares, sie haben etwa die Höhe normaler Snares), dazu ein Hi-Hat und zwei weitere Becken (keines davon ein riesiges Ride). Nach dem Konzert ergab sich die Gelegenheit zu einer kurzen Unterhaltung mit Griener, dessen Kit eben darauf angelegt ist, dass er in einer unverstärkten Situation zulangen kann, ohne permanent Angst haben zu müssen, die anderen Musiker zuzudecken, was wie er meinte gerade bei Eskelin unglaublich gut ankomme – eine solche Rhythmusgruppe, also Weber/Griener, gäbe es in New York nicht, und nachdem mal das Eis gebrochen gewesen sei, hätte das Zusammenspiel allen dreien grosses Vergnügen bereitet … hoffen wir, dass die neue Intakt-CD dem Trio etwas Auftrieb gibt und zu weiteren Auftritten führen wird, es wäre zu schade, wenn diese hervorragende Kombination nicht öfter zu hören wäre!
Aber gut, Booklet: Delius stand praktisch vor meiner Nase und es war phantastisch (wie schon bei Eskelin am Vorabend) aus der Nähe die ganzen Nuancen und tonalen Schattierungen, das Spiel mit dem Atem, den mechanischen Geräuschen zu hören, das bei Delius ja nicht alleine kommt sondern in die Töne eingebettet und integriert wird. Das Trio machte sofort Dampf, es präsentierte ein äusserst variantenreiches Set, das von freien Passagen bis nach Südafrika reichte. Aus einfachsten Grooves (einmal klöppelte Heather einen Beat fast wie auf Miles‘ „In a Silent Way“) entwickelten sich Bögen, die aber immer wieder unerwartete Haken schlugen – vom Verschwurbelt-Verspielten zum melodisch-motivischen Tenorsaxophon mit der Souveränität eines Sonny Rollins innert weniger Sekunden. Sehr toll auch, wie offen das Trio aufeinander reagiert, im permanenten Wachzustand und natürlich auch mit der Souveränität, etwas laufen zu lassen – man braucht ja nicht auf jeden Hinweis, jedes Angebot der anderen beiden einzugehen, auch im Interplay liegt die Würze oft in der Auswahl.
Jacob Wick/Christian Weber, Bertrand Denzler/Axel Dörner/Antonin Gerbal - WIM, Zürich - 13. Mai 2016
1. Set
Jacob Wick trumpet (USA)
Christian Weber bass
Jacob Wick trumpet (USA)
2. Set
Bertrand Denzler saxophone
Axel Dörner trumpet (D)
Antonin Gerbal percussion (F)
There we go again ... halbwegs ausgeschlafen, mit mittelmässigen (leider nicht mal alkoholinduzierten) Kopfschmerzen und nach der Schlepperei von Lebensmitteln für die kommenden drei Tage ... gestern also nach viel zu langer Zeit wieder einmal ein Besuch in der WIM, Werkstatt für improvisierte Musik Zürich. Zum Zeitpunkt, auf den die Konzerte angekündigt sind, sind meist mehr Musiker als Zuhörer anwesend, doch gestern trudelten immerhin über ein Dutzend Leute ein. Der Raum ist klein, ein Teil eines alten Industriegebäudes, eine Werkstatt oder Garage wohl, also schön hoch, spartanisch eingerichtet aber dennoch für die Musik, die da geboten wird, perfekt passend. Man kriegt auch einen Becher Wein oder ein gutes Bier und das alles zu für Zürcher Verhältnisse enorm freundlichen Preisen.
Jacob Wick also zum Auftakt - er bestritt die erste Hälfte des ersten Sets solo, auf einer alten Bierkiste sitzend mit seiner Trompete, der er keinen einzigen konventionellen Ton entlockte - nur Luftströme, wobei man von Atem nicht reden kann (aber von "perfect breath control"), denn es gab die permanente Zirkuläratmung. Er schraubte an den Ventilen herum um die Frequenzen zu ändern, es stellte sich die durchaus faszinierende Erfahrung ein, dass bei dieser ganz leisen Tonerzeugung wirklich so etwas wie Musik entstehen würde - ganz leise begannen Töne zu erklingen, bei denen ich mir ehrlich nicht sicher war, ob sie im Raum oder nur in meinem Kopf waren. Man vergass stellenweise selbst das Atmen, traute sich kaum, die einschlafenden Beine umzugruppieren oder gar die Bierflasche auf den Blechtisch zu stellen - jedes Geräusch hätte gestört. Und im Rückblick war auch der witzige Auftakt klar: Wick legte die Hand über die Augen, den Raum absuchend, und fragte: "Has anybody seen LaMonte Young?"
Dann stiess Christian Weber für die zweite Hälfte dazu, der allesverschlingende lokale Bass-Hüne, Jacob Wick begann nun, seiner Trompete auch konventionelle Töne zu entlocken, aber immer mit unsicheren Frequenzen, mit Mikrotönen, er nahm das Mundstück raus, schraubte weiter an den Ventilen herum, nutzte auch die Stimmbögen, seine Hand als Dämpfer etc. Weber passte perfekt dazu, denn auch er entlockt dem Kontrabass allerlei Töne, spielt mit dem Bogen unterhalb des Stegs und strich den Saitenhalter, klöppelt mit Fingernägeln auf den Korpus des Basses, spielt Zwischentöne, schiebt das Ende des Bogens (Frosch, Beinchen, whatever) zwischen die Saiten, bearbeitet die Saiten auch mal mit beiden Händen weit oben auf dem Griffbrett, um dann wieder in die Vollen zu greifen. Die Dynamik war natürlich enorm viel grösser als beim Solo-Set davor, auch die Trompete ging bis an die Schmerzgrenze (wurde immer noch oft im permanenten Klangfluss gespielt, aber es gab auch zwei, drei Pausen, in denen aber nie die Spannung verloren ging). Gegen Ende dann die grosse Überraschung ... klar, das war alles sehr viel "jazziger" als das Solo-Set, aber dass Wick dann tatsächlich verschrobene (mit mikrotonalen Abweichungen versehene) Zitate von "I Can't Get Started" und wenig später "Lush Life" einstreute, war doch einigermassen überraschend.
Nach der Pause folgte ein Trio-Set mit dem Romand Bertrand Denzler am Tenorsaxophon, dem Berliner Kölner (oder anders rum?) Axel Dörner sowie dem französischen Percussionisten Antonin Gerbal (neben Jacob Wick für mich der andere Neue an dem Abend). Im Vergleich zum Duo mit Weber war das eher wieder tastend, langsamer in der Entwicklung, aber auch wieder von einer grossen Bandbreite, klanglich, dynamisch, energetisch. Dörner spielte eine modifizierte (?) Trompete mit den üblichen drei Ventilen und einem Zug wie bei einer Slide-Trompete, was ihm erlaubte, die Tonhöhe mehr oder minder lückenlos zu verändern, aber auch Vierteltonläufe einzustreuen (Don Ellis lässt - aus der Ferne - grüssen, aber der hatte dafür ein viertes Ventil). Denzler hat einen tollen, durchaus robusten Ton am Tenor, der auch immer wieder zum Vorschein kam, spielte aber - wie Dörner auch - ebenfalls mit Atemklängen, mit unkonventionellen Tönen in der hohen Lage, nahm das Mundstück ab oder stellte es quer um dann sein Instrument vor dem blasenden Mund hin- und herzubewegen. Gerbal sorgte dahinter mit einer Snare, einem Standtom (nicht auf Füssen sondern auf einer weiteren alten Bierkiste) und einem Becken, das erst spät überhaupt zu Einsatz kam für eine Art Puls, eine Struktur auf der Zeitachse, die durchaus zur dritten Stimme im Konzert wurde und den anderen auch Möglichkeiten öffnete, ohne dass es jemals zu einem klassisch jazzigen Interplay gekommen wäre. Faszinierend einige Momente, in denen Dörner und Denzler plötzlich auf demselben Ton landeten und ihre Stimmen förmlich verschmolzen und eins wurden.
Jacob Wick trumpet (USA)
Christian Weber bass
Jacob Wick trumpet (USA)
2. Set
Bertrand Denzler saxophone
Axel Dörner trumpet (D)
Antonin Gerbal percussion (F)
There we go again ... halbwegs ausgeschlafen, mit mittelmässigen (leider nicht mal alkoholinduzierten) Kopfschmerzen und nach der Schlepperei von Lebensmitteln für die kommenden drei Tage ... gestern also nach viel zu langer Zeit wieder einmal ein Besuch in der WIM, Werkstatt für improvisierte Musik Zürich. Zum Zeitpunkt, auf den die Konzerte angekündigt sind, sind meist mehr Musiker als Zuhörer anwesend, doch gestern trudelten immerhin über ein Dutzend Leute ein. Der Raum ist klein, ein Teil eines alten Industriegebäudes, eine Werkstatt oder Garage wohl, also schön hoch, spartanisch eingerichtet aber dennoch für die Musik, die da geboten wird, perfekt passend. Man kriegt auch einen Becher Wein oder ein gutes Bier und das alles zu für Zürcher Verhältnisse enorm freundlichen Preisen.
Jacob Wick also zum Auftakt - er bestritt die erste Hälfte des ersten Sets solo, auf einer alten Bierkiste sitzend mit seiner Trompete, der er keinen einzigen konventionellen Ton entlockte - nur Luftströme, wobei man von Atem nicht reden kann (aber von "perfect breath control"), denn es gab die permanente Zirkuläratmung. Er schraubte an den Ventilen herum um die Frequenzen zu ändern, es stellte sich die durchaus faszinierende Erfahrung ein, dass bei dieser ganz leisen Tonerzeugung wirklich so etwas wie Musik entstehen würde - ganz leise begannen Töne zu erklingen, bei denen ich mir ehrlich nicht sicher war, ob sie im Raum oder nur in meinem Kopf waren. Man vergass stellenweise selbst das Atmen, traute sich kaum, die einschlafenden Beine umzugruppieren oder gar die Bierflasche auf den Blechtisch zu stellen - jedes Geräusch hätte gestört. Und im Rückblick war auch der witzige Auftakt klar: Wick legte die Hand über die Augen, den Raum absuchend, und fragte: "Has anybody seen LaMonte Young?"
Dann stiess Christian Weber für die zweite Hälfte dazu, der allesverschlingende lokale Bass-Hüne, Jacob Wick begann nun, seiner Trompete auch konventionelle Töne zu entlocken, aber immer mit unsicheren Frequenzen, mit Mikrotönen, er nahm das Mundstück raus, schraubte weiter an den Ventilen herum, nutzte auch die Stimmbögen, seine Hand als Dämpfer etc. Weber passte perfekt dazu, denn auch er entlockt dem Kontrabass allerlei Töne, spielt mit dem Bogen unterhalb des Stegs und strich den Saitenhalter, klöppelt mit Fingernägeln auf den Korpus des Basses, spielt Zwischentöne, schiebt das Ende des Bogens (Frosch, Beinchen, whatever) zwischen die Saiten, bearbeitet die Saiten auch mal mit beiden Händen weit oben auf dem Griffbrett, um dann wieder in die Vollen zu greifen. Die Dynamik war natürlich enorm viel grösser als beim Solo-Set davor, auch die Trompete ging bis an die Schmerzgrenze (wurde immer noch oft im permanenten Klangfluss gespielt, aber es gab auch zwei, drei Pausen, in denen aber nie die Spannung verloren ging). Gegen Ende dann die grosse Überraschung ... klar, das war alles sehr viel "jazziger" als das Solo-Set, aber dass Wick dann tatsächlich verschrobene (mit mikrotonalen Abweichungen versehene) Zitate von "I Can't Get Started" und wenig später "Lush Life" einstreute, war doch einigermassen überraschend.
Nach der Pause folgte ein Trio-Set mit dem Romand Bertrand Denzler am Tenorsaxophon, dem Berliner Kölner (oder anders rum?) Axel Dörner sowie dem französischen Percussionisten Antonin Gerbal (neben Jacob Wick für mich der andere Neue an dem Abend). Im Vergleich zum Duo mit Weber war das eher wieder tastend, langsamer in der Entwicklung, aber auch wieder von einer grossen Bandbreite, klanglich, dynamisch, energetisch. Dörner spielte eine modifizierte (?) Trompete mit den üblichen drei Ventilen und einem Zug wie bei einer Slide-Trompete, was ihm erlaubte, die Tonhöhe mehr oder minder lückenlos zu verändern, aber auch Vierteltonläufe einzustreuen (Don Ellis lässt - aus der Ferne - grüssen, aber der hatte dafür ein viertes Ventil). Denzler hat einen tollen, durchaus robusten Ton am Tenor, der auch immer wieder zum Vorschein kam, spielte aber - wie Dörner auch - ebenfalls mit Atemklängen, mit unkonventionellen Tönen in der hohen Lage, nahm das Mundstück ab oder stellte es quer um dann sein Instrument vor dem blasenden Mund hin- und herzubewegen. Gerbal sorgte dahinter mit einer Snare, einem Standtom (nicht auf Füssen sondern auf einer weiteren alten Bierkiste) und einem Becken, das erst spät überhaupt zu Einsatz kam für eine Art Puls, eine Struktur auf der Zeitachse, die durchaus zur dritten Stimme im Konzert wurde und den anderen auch Möglichkeiten öffnete, ohne dass es jemals zu einem klassisch jazzigen Interplay gekommen wäre. Faszinierend einige Momente, in denen Dörner und Denzler plötzlich auf demselben Ton landeten und ihre Stimmen förmlich verschmolzen und eins wurden.
Alex Huber, Christian Weber, Colin Vallon - WIM, Zürich, 28. Februar 2014
Freitagabend in der kleinen WIM, der Werkstatt für Improvisierte Musik Zürich. Zwanzig Leute kamen (darunter ein paar lokale Musiker), um den ersten Auftritt des Trios von Schlagzeuger Alex Huber, Bassist Christian Weber und Pianist Colin Vallon anzuhören. Das Trio spielte zwei Sets, die wohl jeweils eine Viertelstunde dauerten - beide grossartig.
Im ersten entfaltete die Musik eine Wucht und eine körperliche Kraft, die direkt in die Eingeweide ging. Vallon operierte immer wieder im Innern des Flügels, Huber bediente sein Kit mit ungewöhnlichen Mitteln und immer wieder mit Furor, Weber (gänzlich unverstärkt!) kämpfte sich durch, der grosse, hungrige Mann am Kontrabass, der Berserker, der zärtliche.
Im zweiten Set fanden die drei erst zur Ruhe, aus der sie langsam etwas aufbauten um sich nach einer kurzen, äusserst stringenten Generalpause - ein phantastischer Moment, eine Katharsis wohl, in der alles auf der Kippe stand: es hätte da auch einfach enden können (nein, hätte es natürlich nicht!) - erneut in heiligen Furor zu spielen.
Musik, die den Kopf durchpustet und ins Herz geht, ganz direkt. Eins der besten völlig frei improvisierten Konzerte, die ich gehört habe - und überhaupt ein grossartiges Konzert!
Christian Weber hörte ich einen Tag später schon wieder, und Colin Vallon einige Tage danach ebenfalls.
Im ersten entfaltete die Musik eine Wucht und eine körperliche Kraft, die direkt in die Eingeweide ging. Vallon operierte immer wieder im Innern des Flügels, Huber bediente sein Kit mit ungewöhnlichen Mitteln und immer wieder mit Furor, Weber (gänzlich unverstärkt!) kämpfte sich durch, der grosse, hungrige Mann am Kontrabass, der Berserker, der zärtliche.
Im zweiten Set fanden die drei erst zur Ruhe, aus der sie langsam etwas aufbauten um sich nach einer kurzen, äusserst stringenten Generalpause - ein phantastischer Moment, eine Katharsis wohl, in der alles auf der Kippe stand: es hätte da auch einfach enden können (nein, hätte es natürlich nicht!) - erneut in heiligen Furor zu spielen.
Musik, die den Kopf durchpustet und ins Herz geht, ganz direkt. Eins der besten völlig frei improvisierten Konzerte, die ich gehört habe - und überhaupt ein grossartiges Konzert!
Christian Weber hörte ich einen Tag später schon wieder, und Colin Vallon einige Tage danach ebenfalls.
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