Tonhalle-Orchester Zürich
Giovanni Antonini Leitung
Julia Becker Violine
Joseph Haydn
Sinfonie D-Dur Hob. I:101 „Die Uhr“
Wolfgang Amadeus Mozart
Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216
Joseph Haydn
Sinfonie Es-Dur Hob. I:103 „Mit dem Paukenwirbel“
Zum Saisonabschluss spielte das Tonhalle Orchester ein allerletztes
Mal im grossen Saal, bevor dieser für drei Saisons geschlossen bleibt
und renoviert (umgebaut?) wird. Am Pult stand ein dem Orchester längst
vertrauter Spezialist für historische Aufführungspraxis, der Mailänder
Giovanni Antonini, den ich im Februar schon mit seinem eigenen Ensemble
Il Giardino Armonico und Sandrine Piau gehört hatte (auch damals standen Haydn und Mozart auf dem Programm).
Das Orchester war natürlich klein besetzt, ging auf Antoninis
temperamentvolles Dirigat sehr schön ein, doch im Klang fehlten mir ein
wenig die Spitzen, das Temperament, dass ein Ensemble wie Il Giardino
Armonico hinkriegt. Dennoch gelangen die beiden Haydn-Symphonien mehr
als gut, das Zusammenspiel war auf sehr hohem Niveau. Am schönsten war
aber vielleicht das Violinkonzert KV 216 von Mozart, das vor der Pause
erklang, mit der ersten Konzertmeisterin des Tonhalle Orchesters, Julia
Becker, als Solistin – da schien die Zeit stillzustehen, die Musik
schien zu schweben … ganz wunderbar.
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Sandrine Piau, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini - 6. Februar 2017, Tonhalle Zürich
Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini Dirigent
Sandrine Piau Sopran
JOSEPH HAYDN
Sinfonie D-Dur Hob. I: 6 «Le matin»
«Berenice, che fai»
—
WOLGANG AMADEUS MOZART
Rezitativ «Giunse al fin il momento» und Arie «Deh vieni non tardar» (aus: Nozze di Figaro)
Arie «Non mi dir» (aus: Don Giovanni)
JOSEPH HAYDN:
Sinfonie A-Dur Hob. I: 64 «Tempora Mutantur»
WOLGANG AMADEUS MOZART:
Rezitativ «Grazie ai numi parti» und Arie «Nel grave tormento» (aus: Mitridate re di Ponto)
Kaum zuhause ging es ans nächste Konzert – das passte natürlich perfekt, denn Il Giardino Armonico wurde einst von Studenten der Mailänder Musikhochschule gegründet. Ich schätze die bisher drei Veröffentlichungen ihres grossangelegten Haydn-Projektes sehr (und hoffe natürlich, dass Antonini und sein Ensemble und vor allem das Label alpha – und nebenbei ich – bis 2032 überleben werden und die Reihe tatsächlich vollendet werden kann), schätze aber auch, was ich bisher von Sandrine Piau gehört habe. Keine Frage, dass ich hin musste, auch in der grössten Erschöpfung. Glücklicherweise hatte ich mir einen Platz in der ersten Reihe gegönnt, links vom Mittelgang und daher nur zwei, drei Meter vor Piau (und Antonini direkt daneben auf dem Podest). Die Haydn-Symphonien wurden mit viel Verve angegangen, ausser den beiden Cellisten und dem Kontrabass (einer, aber ein toller!) standen alle Musiker, am hinteren Rand der Bühne waren ein paar Stühle aufgestellt. Für Hob. I: 6 war das Orchester sehr klein besetzt, später wuchs und schrumpfte es mehrmals, doch behielt es stets die kristalline Klarheit, mit der die kleinsten Details hörbar gemacht wurden, trotz der teils wohl recht raschen Tempi (ich bin auch bei Haydns Symphonien noch nicht weit, das ist ja hier auch bekannt). Dann die lange grosse Arie von Haydn zum Abschluss vor der Pause mit einer sehr eindrücklichen Piau.
Mit zwei Mozart-Arien (und einem neuen Kleid) ging es nach der Pause weiter, zuerst die tolle Arie der Susanna aus „Le Nozze di Figaro“, dann aus Don Giovanni „Non mi dir“ von Donna Anna – und das gefiel mir fast noch besser. Was für eine Stimme, was für eine Kontrolle! Und wie toll, das aus nächster Nähe hören zu können, völlig ungefiltert und auch ziemlich laut. Dazu ein Wort: im grossen Tonhallesaal gehen Ensembles mit alten Instrumenten wohl etwas unter, bisher hatte ich aber zum Glück stets die Geistesgegenwart, mir bei solchen Konzerten recht teure Plätze ganz vorne zu leisten; das ist jeweils die dritte von Sechs Preiskategorien, ab Reihe 4 oder 5 beginnt die erste Kategorie, im Regelfall nehme ich die billigsten Karten auf der seitlichen Galerie, wo man aufstehen (sonst sieht man nichts, was auch okay ist) und gesetzt der Laden ist nicht voll (also praktisch immer) auch etwas herumspazieren und sich da hinstellen kann, wo man die beste Sicht hat. Aber gut, Il Giardino Armonico legte dann mit der Sinfonie Hob. I: 64 los, die ich nochmal ein ganzes Stück interessanter fand als die erste frühe. Und natürlich musste auch Piau nochmal ran, mit einer grossen Arie aus der mir noch unbekannten Mozart-Oper „Mitridate“. Danach gab es zwei Zugaben mit Piau, was die erste, auf deutsch gesungene, war habe ich leider vergessen (Piau sagte sie an bzw. sagte irgendwas, aber ich kannte die Arie bzw. das Stück nicht und habe keine Textbausteine mehr präsent, die ich suchen könnte). Als zweites gab es dann – Piau sagte nur: „Barbarina“ und strahlte! – die kleine, bezaubernde Arie der Barbarina aus „Le nozze di Figaro“, „L’ho perduta“. Damit endete ein beeindruckendes Konzert mit einer stillen Note – oder mit einem plötzlichen Abbruch. Vielen Dank, gerne bald wieder!
In der NZZ gab es eine nicht sehr lesenswerte Kritik:
https://www.nzz.ch/feuilleton/sandrine-piau-und-il-giardino-armonico-warum-schreit-berenice-auf-ld.144238
Giovanni Antonini Dirigent
Sandrine Piau Sopran
JOSEPH HAYDN
Sinfonie D-Dur Hob. I: 6 «Le matin»
«Berenice, che fai»
—
WOLGANG AMADEUS MOZART
Rezitativ «Giunse al fin il momento» und Arie «Deh vieni non tardar» (aus: Nozze di Figaro)
Arie «Non mi dir» (aus: Don Giovanni)
JOSEPH HAYDN:
Sinfonie A-Dur Hob. I: 64 «Tempora Mutantur»
WOLGANG AMADEUS MOZART:
Rezitativ «Grazie ai numi parti» und Arie «Nel grave tormento» (aus: Mitridate re di Ponto)
Kaum zuhause ging es ans nächste Konzert – das passte natürlich perfekt, denn Il Giardino Armonico wurde einst von Studenten der Mailänder Musikhochschule gegründet. Ich schätze die bisher drei Veröffentlichungen ihres grossangelegten Haydn-Projektes sehr (und hoffe natürlich, dass Antonini und sein Ensemble und vor allem das Label alpha – und nebenbei ich – bis 2032 überleben werden und die Reihe tatsächlich vollendet werden kann), schätze aber auch, was ich bisher von Sandrine Piau gehört habe. Keine Frage, dass ich hin musste, auch in der grössten Erschöpfung. Glücklicherweise hatte ich mir einen Platz in der ersten Reihe gegönnt, links vom Mittelgang und daher nur zwei, drei Meter vor Piau (und Antonini direkt daneben auf dem Podest). Die Haydn-Symphonien wurden mit viel Verve angegangen, ausser den beiden Cellisten und dem Kontrabass (einer, aber ein toller!) standen alle Musiker, am hinteren Rand der Bühne waren ein paar Stühle aufgestellt. Für Hob. I: 6 war das Orchester sehr klein besetzt, später wuchs und schrumpfte es mehrmals, doch behielt es stets die kristalline Klarheit, mit der die kleinsten Details hörbar gemacht wurden, trotz der teils wohl recht raschen Tempi (ich bin auch bei Haydns Symphonien noch nicht weit, das ist ja hier auch bekannt). Dann die lange grosse Arie von Haydn zum Abschluss vor der Pause mit einer sehr eindrücklichen Piau.
Mit zwei Mozart-Arien (und einem neuen Kleid) ging es nach der Pause weiter, zuerst die tolle Arie der Susanna aus „Le Nozze di Figaro“, dann aus Don Giovanni „Non mi dir“ von Donna Anna – und das gefiel mir fast noch besser. Was für eine Stimme, was für eine Kontrolle! Und wie toll, das aus nächster Nähe hören zu können, völlig ungefiltert und auch ziemlich laut. Dazu ein Wort: im grossen Tonhallesaal gehen Ensembles mit alten Instrumenten wohl etwas unter, bisher hatte ich aber zum Glück stets die Geistesgegenwart, mir bei solchen Konzerten recht teure Plätze ganz vorne zu leisten; das ist jeweils die dritte von Sechs Preiskategorien, ab Reihe 4 oder 5 beginnt die erste Kategorie, im Regelfall nehme ich die billigsten Karten auf der seitlichen Galerie, wo man aufstehen (sonst sieht man nichts, was auch okay ist) und gesetzt der Laden ist nicht voll (also praktisch immer) auch etwas herumspazieren und sich da hinstellen kann, wo man die beste Sicht hat. Aber gut, Il Giardino Armonico legte dann mit der Sinfonie Hob. I: 64 los, die ich nochmal ein ganzes Stück interessanter fand als die erste frühe. Und natürlich musste auch Piau nochmal ran, mit einer grossen Arie aus der mir noch unbekannten Mozart-Oper „Mitridate“. Danach gab es zwei Zugaben mit Piau, was die erste, auf deutsch gesungene, war habe ich leider vergessen (Piau sagte sie an bzw. sagte irgendwas, aber ich kannte die Arie bzw. das Stück nicht und habe keine Textbausteine mehr präsent, die ich suchen könnte). Als zweites gab es dann – Piau sagte nur: „Barbarina“ und strahlte! – die kleine, bezaubernde Arie der Barbarina aus „Le nozze di Figaro“, „L’ho perduta“. Damit endete ein beeindruckendes Konzert mit einer stillen Note – oder mit einem plötzlichen Abbruch. Vielen Dank, gerne bald wieder!
In der NZZ gab es eine nicht sehr lesenswerte Kritik:
https://www.nzz.ch/feuilleton/sandrine-piau-und-il-giardino-armonico-warum-schreit-berenice-auf-ld.144238
Georg Friedrich Händel: Alcina - 4. Januar 2017, Opernhaus Zürich (Antonini, Loy)
Musikalische Leitung – Giovanni Antonini
Inszenierung – Christof Loy
Bühne – Johannes Leiacker
Kostüme – Ursula Renzenbrink
Lichtgestaltung – Bernd Purkrabek
Choreografie – Thomas Wilhelm
Dramaturgie – Kathrin Brunner
Alcina – Cecilia Bartoli
Ruggiero – Philippe Jaroussky
Morgana – Julie Fuchs
Bradamante – Varduhi Abrahamyan
Oronte – Fabio Trümpy
Melisso – Krzysztof Baczyk
Cupido – Barbara Goodman
Orchestra La Scintilla
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Gestern in der Oper … extra länger geschlafen und kürzer gearbeitet, um zwischen 19 und 23 Uhr nicht wegzudösen (es gab leider zwei überlange Pausen, musste jeweils auch umgebaut werden, die ganze Vorstellung dauert daher wirklich fast genau vier Stunden). Erneut war La Scintilla zu hören, das Spezialisten-Ensemble für alte Musik, mit dem Bartoli auch schon aufgenommen hat (auf meinen Stapeln liegt die BluRay von Rossinis „Otello“ mit Bartoli). Es leistete unter Giovanni Antoninis Leitung einmal mehr ganze Arbeit, und der Dirigent griff für eine Passage (bzw. Begleitung einer Arie) im zweiten Akt auch mal noch selbst zur Blockflöte.
Die Inszenierung – im „Bauch“ eines Barocktheaters – kam mir etwas unmotiviert aber überaus stimmig vor, es gab ein paar Statisten mit Tiermasken, die auf der Bühne herumlagen, einen „Lift“ (der natürlich von der anderen Seite – das Publikum sass quasi hinter der Bühne – dazu diente, die Schauspieler im Boden zu versenken), es gab eine obere und untere Ebene (Bühne bzw. Untergrund), am Ende versank die böse Zauberin, als ihr Bann gebrochen, mittels des erwähnten Liftes im Bühnenboden, aber bis dahin hatte das Bühnenbild gedreht und das war dann fürs echte Publikum gedacht – ein paar Stroboskop-Blitze gab es frei Haus dazu. Doch die Figurenführung war effektiv und die Spannung wurde über die volle Länge fast immer gehalten.
Die Hauptsache aber – selbstverständlich – der Gesang. Cecilia Bartoli in der Titelrolle war durchaus eindrücklich, vor allem wie sie auch enorm leise singen und die Spannung perfekt halten konnte. Philippe Jaroussky als Ruggiero war insgesamt für mein Empfinden eher noch eindrücklicher – sein Gesang bis ins letzte Detail perfekt, ohne darob die Lebendigkeit des Vortrages zu vergessen oder einfach nur in Schönklang zu versinken. Die Morgana von Julie Fuchs war ebenfalls erstklassig; wie Bartoli war sie schon bei der ersten Aufführung dieser Inszenierung vor zwei, drei Jahren mit dabei, statt Jaroussky sang damals Malena Ernman – ich kenne sie nicht gut, bin aber doch sehr froh, Jaroussky bei seinem überzeugenden Debut an der Oper in Zürich gehört zu haben, überdies bietet das Stück ja eh schon genügend Verwirrungspotential mit Bradamante/Ricciardo. Diese wurde sehr überzeugend von Varduhi Abrahamyan gesungen (auch aus der Erstaufführung dabei, wie übrigens auch Giovanni Antonini, der Mann am Pult) – mit einem dunklen aber überaus warmen Alt.
Nicht zu verachten waren auch die Tanzeinlagen. Ein sechsköpfiges Ensemble von Tänzern gab es zuerst während des mittleren Teils der Ouvertüre und dann erneut – und ausgiebig – im dritten Akt zu bewundern. Witzig auch der Einfall mit dem nicht mehr ganz taufrischen Cupido, der immer wieder auftaucht (auch als Referenz im Text), stumm verkörpert von der Tänzerin Barbara Goodman. Ein paar Chor-Extras gab es im dritten Akt auch noch, da und dort ein paar Statisten, und natürlich die beiden ebenfalls solide gesungenen kleineren männlichen Rollen des Oronte (Fabio Trümpy) und des Melisso (Krzysztof Baczyk).
Zumindest in jüngerer Zeit, wenn nicht überhaupt, war das meine erste opera seria auf der Bühne – natürlich kann man die Reihung von Nummern langweilig finden, aber was Händel sich da alles an Melodien einfallen liess, ist wirklich beeindruckend, und wenn das mit einem so tollen Sänger_innen-Ensemble und in einer durchaus brauchbaren Inszenierung aufgeführt wird, dann vergisst man den Nummern-Revue-Charakter leicht und es entsteht durchaus ansprechendes Theater.
Auf jeden Fall ein fabelhafter musikalischer Auftakt ins neue Jahr, keine Frage!
Inszenierung – Christof Loy
Bühne – Johannes Leiacker
Kostüme – Ursula Renzenbrink
Lichtgestaltung – Bernd Purkrabek
Choreografie – Thomas Wilhelm
Dramaturgie – Kathrin Brunner
Alcina – Cecilia Bartoli
Ruggiero – Philippe Jaroussky
Morgana – Julie Fuchs
Bradamante – Varduhi Abrahamyan
Oronte – Fabio Trümpy
Melisso – Krzysztof Baczyk
Cupido – Barbara Goodman
Orchestra La Scintilla
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Gestern in der Oper … extra länger geschlafen und kürzer gearbeitet, um zwischen 19 und 23 Uhr nicht wegzudösen (es gab leider zwei überlange Pausen, musste jeweils auch umgebaut werden, die ganze Vorstellung dauert daher wirklich fast genau vier Stunden). Erneut war La Scintilla zu hören, das Spezialisten-Ensemble für alte Musik, mit dem Bartoli auch schon aufgenommen hat (auf meinen Stapeln liegt die BluRay von Rossinis „Otello“ mit Bartoli). Es leistete unter Giovanni Antoninis Leitung einmal mehr ganze Arbeit, und der Dirigent griff für eine Passage (bzw. Begleitung einer Arie) im zweiten Akt auch mal noch selbst zur Blockflöte.
Die Inszenierung – im „Bauch“ eines Barocktheaters – kam mir etwas unmotiviert aber überaus stimmig vor, es gab ein paar Statisten mit Tiermasken, die auf der Bühne herumlagen, einen „Lift“ (der natürlich von der anderen Seite – das Publikum sass quasi hinter der Bühne – dazu diente, die Schauspieler im Boden zu versenken), es gab eine obere und untere Ebene (Bühne bzw. Untergrund), am Ende versank die böse Zauberin, als ihr Bann gebrochen, mittels des erwähnten Liftes im Bühnenboden, aber bis dahin hatte das Bühnenbild gedreht und das war dann fürs echte Publikum gedacht – ein paar Stroboskop-Blitze gab es frei Haus dazu. Doch die Figurenführung war effektiv und die Spannung wurde über die volle Länge fast immer gehalten.
Die Hauptsache aber – selbstverständlich – der Gesang. Cecilia Bartoli in der Titelrolle war durchaus eindrücklich, vor allem wie sie auch enorm leise singen und die Spannung perfekt halten konnte. Philippe Jaroussky als Ruggiero war insgesamt für mein Empfinden eher noch eindrücklicher – sein Gesang bis ins letzte Detail perfekt, ohne darob die Lebendigkeit des Vortrages zu vergessen oder einfach nur in Schönklang zu versinken. Die Morgana von Julie Fuchs war ebenfalls erstklassig; wie Bartoli war sie schon bei der ersten Aufführung dieser Inszenierung vor zwei, drei Jahren mit dabei, statt Jaroussky sang damals Malena Ernman – ich kenne sie nicht gut, bin aber doch sehr froh, Jaroussky bei seinem überzeugenden Debut an der Oper in Zürich gehört zu haben, überdies bietet das Stück ja eh schon genügend Verwirrungspotential mit Bradamante/Ricciardo. Diese wurde sehr überzeugend von Varduhi Abrahamyan gesungen (auch aus der Erstaufführung dabei, wie übrigens auch Giovanni Antonini, der Mann am Pult) – mit einem dunklen aber überaus warmen Alt.
Nicht zu verachten waren auch die Tanzeinlagen. Ein sechsköpfiges Ensemble von Tänzern gab es zuerst während des mittleren Teils der Ouvertüre und dann erneut – und ausgiebig – im dritten Akt zu bewundern. Witzig auch der Einfall mit dem nicht mehr ganz taufrischen Cupido, der immer wieder auftaucht (auch als Referenz im Text), stumm verkörpert von der Tänzerin Barbara Goodman. Ein paar Chor-Extras gab es im dritten Akt auch noch, da und dort ein paar Statisten, und natürlich die beiden ebenfalls solide gesungenen kleineren männlichen Rollen des Oronte (Fabio Trümpy) und des Melisso (Krzysztof Baczyk).
Zumindest in jüngerer Zeit, wenn nicht überhaupt, war das meine erste opera seria auf der Bühne – natürlich kann man die Reihung von Nummern langweilig finden, aber was Händel sich da alles an Melodien einfallen liess, ist wirklich beeindruckend, und wenn das mit einem so tollen Sänger_innen-Ensemble und in einer durchaus brauchbaren Inszenierung aufgeführt wird, dann vergisst man den Nummern-Revue-Charakter leicht und es entsteht durchaus ansprechendes Theater.
Auf jeden Fall ein fabelhafter musikalischer Auftakt ins neue Jahr, keine Frage!
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