Tonhalle-Orchester Zürich, Jakub Hruša, Isabelle Faust – Zürich, Tonhalle, Grosser Saal – 23. Juni 2017

Tonhalle-Orchester Zürich
Jakub Hruša
Leitung
Isabelle Faust Violine

Béla Bartók
Konzertsuite aus „Der wunderbare Mandarin“ op. 19
Robert Schumann
Violinkonzert d-Moll WoO 1

Leoš Janáček
Sinfonietta für grosses Orchester

Nicht viele Worte dazu, dafür ist es zu spät … aber sowohl in Bartók wie auch in Janácek war das Orchester eine Wucht! Hrusa gestaltete die beiden Werke perfekt. In der Lautstärke kam der Schuhschachtelsaal manchmal an seine Grenzen, aber egal wie laut und intensiv es wurde, alles blieb transparent und klar, die Stimmen heraushörbar. Grosse Klasse!
Leider war das Schumann’sche Violinkonzert mit der verehrten Isabelle Faust eine leise Enttäuschung – was aber, im Gegensatz zum Mendelssohn-Konzert neulich, nicht an Faust lag. Im Gegenteil: sie scheint den Solo-Part des Konzertes gänzlich verinnerlicht zu haben! Aber das Orchester war flächig, breit, wenig nuanciert, die klangliche Transparenz, die es davor und danach auch wieder an den Tag legte, fehlte. Da ich mit dem Konzert (und auch mit Schumanns Symphonien) sowieso nicht gänzlich klarkomme, bin ich mit Schuldzuweisungen aber vorsichtig, habe mir vorgenommen, mich bald mal wieder an die jüngeren Aufnahmen zu machen, unter denen sich ja auch eine mit Faust findet (mit Heras-Casado, also genau die Kombination, die bei Mendelssohn, pardon, nicht recht geigte). Wobei mir jene von Carolin Widmann aber beim letzten Durchgang am besten gefiel – die anderen sind Zehetmair und Kopatchinskaja mit Holliger (ein paar ältere sind auch noch da, von Zehetmair/Eschenbach ab aber noch nicht oder kaum gehört).

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