Igor Levit – Zürich, Tonhalle, Grosser Saal – 8. Juni 2017

Igor Levit Klavier

Dmitri Schostakowitsch
24 Präludien und Fugen für Klavier solo op. 87

Ich habe eigentlich gar keine Worte dafür, möchte das nur rasch Erwähnen – Wahnsinn! Zum ersten Mal, dass ich Levit mit Noten sah, die er aber oft über längere Strecken gar nicht zu beachten schien. Einen solch monströsen Zyklus im Konzert erleben zu können ist ja eh schon eindrücklich genug – im Programm stand „ca. 150 Minuten“, Levit liess sich Zeit und benötigte wohl 15 oder 20 Minuten länger (jedenfalls würde seine Fassung so nicht auf zwei CDs passen, im Gegensatz zu denen von Ashkenazy und Rubackyte, die mir vorliegen – leider suchte ich die kleine Schostakowitsch-Piano/Chamber Works-Box, in der sich die noch nie angehörte Ashkenazy-Aufnahme findet, gestern Nacht vergeblich, aber die taucht schon wieder auf). Wie sich die Préludes und die anschliessenden Fugen vor dem sehenden Ohr entfalten, sich hartnäckig und unaufhaltsam durch den Quintenzyklus schraubend, wie Levit dabei mit dem Klang des Flügels umging, wie feingliedrig sein Spiel, wie gekonnt sein Einsatz der Dynamik (nur selten liess er den Flügel laut schnauben, doch nach Nr. 24 hatte er ihn endgültig erlegt) – wirklich grossartig!

Keine Kommentare:

Kommentar posten