Prokofjew: Der feurige Engel (Stundyte; Noseda; Bieito) - Opernhaus Zürich, 31. Mai 2017

Musikalische Leitung: Gianandrea Noseda
Inszenierung: Calixto Bieito
Bühne: Rebecca Ringst
Kostüme: Ingo Krügler
Lichtgestaltung: Franck Evin
Video-Design: Sarah Derendinger
Choreinstudierung: Jürg Hämmerli
Dramaturgie: Beate Breidenbach

Renata: Ausrine Stundyte
Ruprecht: Leigh Melrose
Die Wirtin: Liliana Nikiteanu
Mephistopheles, Agrippa von Nettesheim: Dmitry Golovnin
Wahrsagerin, Äbtissin: Agnieszka Rehlis
Inquisitor: Pavel Daniluk
Faust: Stanislav Vorobyov
Jakob Glock, Arzt: Iain Milne
Mathias Wissmann, Der Wirt: Andrzej Filonczyk
Knecht: Dimitri Pkhaladze
Zwei Nonnen: Soyoung Lee, Deniz Uzun
Graf Heinrich / Der Vater: Ernst Alisch
Sechs Schwestern: Julie Bartholomew, Caroline Fuss, Verena Hasselmann, Rosa Maria Hernandez, Laura Missuray, Hao Zhang

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich

http://www.opernhaus.ch/vorstellung/detail/der-feurige-engel-07-05-2017-18710/

Gerade aus der Vorstellung zurück … keine Ahnung, was ich davon insgesamt wirklich halten soll. Den einen habe ich es ja schon erzählt, krasse drei Tage hinter mir, in die Oper hätte ich nicht auch noch müssen, kämpfte leider auch immer wieder gegen den Schlaf. Da kann aber das Stück schon auch einiges dafür, denn damit lässt sich wohl kaum Theater machen, Bieito ist diesbezüglich jedenfalls trotz alles in allem völlig okayer Inszenierung gescheitert – was mir aber auch recht egal ist, wenn die musikalische Seite passt. Und das tat sie zweifellos! Einerseits ist da das Stück an sich, massig, laut, dissonant, enorm faszinierend, mit einer halsbrecherischen Hauptrolle, die Ausrine Stundyte wirklich souverän sang (Leigh Melrose als Ruprecht war nicht viel weniger gefordert), dann war da das für Opernverhältnisse sehr gross besetzte Orchester unter Noseda – und auch das erstklassig. Dass die Oper in zwei Stunden ohne Pause durchgespielt wurde, fand ich grossartig, das sollte man viel öfter machen, ich würde das wohl wie bei vernünftigen Kinos halten, bis 140 oder 150 Minuten macht man durch (aber die alten Leute, ich weiss, ich weiss … und die Einnahmen durch den Verkauf überteuerter Getränke fallen obendrein auch noch weg, die wohl im grossen Ganzen keine Rolle spielen, aber dennoch …

Mehr zur Inszenierung berichtete die NZZ vor ein paar Wochen nach der Premiere:
https://www.nzz.ch/feuilleton/erstmals-am-opernhaus-zuerich-der-feurige-engel-von-sergei-prokofjew-lichtgestalt-und-kinderschaender-ld.1291415

Eine schlüssige Regie kann man da wohl erkennen, die Drehbühne mit mehreren Etagen und verschiedenen Räumen, offenen wie klaustrophobischen, war nett anzusehen, das Lichtdesign auch ziemlich toll, die Atmosphäre als Ganzes durchaus stimmig … aber das Stück bleibt nach meinem Empfinden doch eine Erzählung, da ist fast nur Statik, Tableau nach Tableau, dass sich etwas dreht und die Nebenrollen sich auf den Ebenen hoch und runter und durch Türen und um Säulen bewegen suggerierte nur eine Richtung, die es als Faktum auf der Bühne eben doch nicht gab.

Aber gut, allein der Musik wegen lohnenswert, gar keine Frage.

Da dies meine allererste Begegnung mit einer Oper von Prokofiev war, die Frage: was gibt es für Aufnahmen, die man sich gönnen müsste? Ich habe keine einzige Einspielung im Regal, ob man’s glaubt oder nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar posten