Tonhalle-Orchester Zürich
Jakub Hruša Leitung
Isabelle Faust Violine
Béla Bartók
Konzertsuite aus „Der wunderbare Mandarin“ op. 19
Robert Schumann
Violinkonzert d-Moll WoO 1
—
Leoš Janáček
Sinfonietta für grosses Orchester
Nicht viele Worte dazu, dafür ist es zu spät … aber sowohl in Bartók
wie auch in Janácek war das Orchester eine Wucht! Hrusa gestaltete die
beiden Werke perfekt. In der Lautstärke kam der Schuhschachtelsaal
manchmal an seine Grenzen, aber egal wie laut und intensiv es wurde,
alles blieb transparent und klar, die Stimmen heraushörbar. Grosse
Klasse!
Leider war das Schumann’sche Violinkonzert mit der verehrten Isabelle
Faust eine leise Enttäuschung – was aber, im Gegensatz zum Mendelssohn-Konzert
neulich, nicht an Faust lag. Im Gegenteil: sie scheint den Solo-Part
des Konzertes gänzlich verinnerlicht zu haben! Aber das Orchester war
flächig, breit, wenig nuanciert, die klangliche Transparenz, die es
davor und danach auch wieder an den Tag legte, fehlte. Da ich mit dem
Konzert (und auch mit Schumanns Symphonien) sowieso nicht gänzlich
klarkomme, bin ich mit Schuldzuweisungen aber vorsichtig, habe mir
vorgenommen, mich bald mal wieder an die jüngeren Aufnahmen zu machen,
unter denen sich ja auch eine mit Faust findet (mit Heras-Casado, also
genau die Kombination, die bei Mendelssohn, pardon, nicht recht geigte).
Wobei mir jene von Carolin Widmann aber beim letzten Durchgang am
besten gefiel – die anderen sind Zehetmair und Kopatchinskaja mit
Holliger (ein paar ältere sind auch noch da, von Zehetmair/Eschenbach ab
aber noch nicht oder kaum gehört).
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Tonhalle-Orchester Zürich, Steven Isserlis, Paavo Järvi: Prokofiev, Kurtág, Schumann - Tonhalle, Zürich, 16. Dezember 2016
Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi Leitung
Steven Isserlis Violoncello
Sergej Prokofjew: Cellokonzert e-Moll op. 58
György Kurtág: Aus: „Signs, Games and Messages“ für Violoncello solo
--
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“
Gestern in der Tonhalle … neue Leute für mich, kenne weder Järvi noch Isserlis mehr denn oberflächlich. Das Prokofiev-Konzert kannte ich noch nicht, meine bisher einzige Einspielung kam lustigerweise gestern Nachmittag (in der Icon-Box von János Starker), lief dann auch mal rasch im Hintergrund, klang aber ziemlich anders als dann mit Isserlis, der schrammelte und kratzte, sein Cello nur selten singen liess. Mir kam das Konzert wie ein riesiges Pasticchio vor, zusammengeklebt und geschraubt aus Tausend kleinen Fragmenten und Ideen, Melodiefetzen, Geräuschen … es wirkte ziemlich disparat und inkonsequent und ich war mir auch keinesfalls sicher, ob das Orchester seinen Teil im Griff hatte (es handelte sich um die insgesamt vierte und letzte Aufführung des Programmes, dreimal ohne Kurtág, einmal über Mittag nur Prokofiev). Järvi und Isserlis schienen aber zufrieden zu sein, obwohl es auch noch einen Unterbruch gab – Isserlis hörte zu spielen auf, rief „Sorry!“, stimmte nach und dann ging es weiter (ich vermute mit dem Beginn des 2. Satzes, bin aber überhaupt nicht sicher, da alles am Stück gespielt wurde). Danach gab es knappe zehn Minuten Kurtág, das war unglaublich, aber das schon von Prokofiev teils überforderte Publikum war leider unruhig und die manchmal sehr leise Musik verlor sich im grossen Saal etwas.
Nach der Pause dann die dritte Symphonie von Schumann (seine letzte, doch die heute als vierte geltende wurde später noch einmal überarbeitet). Und da ging die Post ab (was die Überforderten nicht mehr merkten, viele gingen in der Pause). Järvi liess losspielen noch bevor der Applaus verklungen war, nur zweimal (bei fünf Sätzen) gab es kurze Unterbrechungen nach den Sätzen. Fulminant, und für mich wohl ein grosser Schritt dahin, Schumanns Orchestermusik besser zu verstehen.
Paavo Järvi Leitung
Steven Isserlis Violoncello
Sergej Prokofjew: Cellokonzert e-Moll op. 58
György Kurtág: Aus: „Signs, Games and Messages“ für Violoncello solo
--
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“
Gestern in der Tonhalle … neue Leute für mich, kenne weder Järvi noch Isserlis mehr denn oberflächlich. Das Prokofiev-Konzert kannte ich noch nicht, meine bisher einzige Einspielung kam lustigerweise gestern Nachmittag (in der Icon-Box von János Starker), lief dann auch mal rasch im Hintergrund, klang aber ziemlich anders als dann mit Isserlis, der schrammelte und kratzte, sein Cello nur selten singen liess. Mir kam das Konzert wie ein riesiges Pasticchio vor, zusammengeklebt und geschraubt aus Tausend kleinen Fragmenten und Ideen, Melodiefetzen, Geräuschen … es wirkte ziemlich disparat und inkonsequent und ich war mir auch keinesfalls sicher, ob das Orchester seinen Teil im Griff hatte (es handelte sich um die insgesamt vierte und letzte Aufführung des Programmes, dreimal ohne Kurtág, einmal über Mittag nur Prokofiev). Järvi und Isserlis schienen aber zufrieden zu sein, obwohl es auch noch einen Unterbruch gab – Isserlis hörte zu spielen auf, rief „Sorry!“, stimmte nach und dann ging es weiter (ich vermute mit dem Beginn des 2. Satzes, bin aber überhaupt nicht sicher, da alles am Stück gespielt wurde). Danach gab es knappe zehn Minuten Kurtág, das war unglaublich, aber das schon von Prokofiev teils überforderte Publikum war leider unruhig und die manchmal sehr leise Musik verlor sich im grossen Saal etwas.
Nach der Pause dann die dritte Symphonie von Schumann (seine letzte, doch die heute als vierte geltende wurde später noch einmal überarbeitet). Und da ging die Post ab (was die Überforderten nicht mehr merkten, viele gingen in der Pause). Järvi liess losspielen noch bevor der Applaus verklungen war, nur zweimal (bei fünf Sätzen) gab es kurze Unterbrechungen nach den Sätzen. Fulminant, und für mich wohl ein grosser Schritt dahin, Schumanns Orchestermusik besser zu verstehen.
Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov: Schumann, Sciarrino, Schubert - Tonhalle Zürich, 17. April 2016
17. April - Kammermusik-Soiree - Kleiner Saal, Tonhalle, Zürich
Isabelle Faust - Violine
Jean-Guihen Queyras - Violoncello
Alexander Melnikov - Klavier
ROBERT SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63
SALVATORE SCIARRINO: Trio Nr. 2 (1987)
FRANZ SCHUBERT: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898
Zugabe: SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 2 F-Dur op. 80 - III. In mässiger Bewegung
Sehr schöner Abend, ganz wie erhofft - und dass es nach der Pause Schubert statt des angekündigten ersten Klaviertrios von César Franck gab war am Ende wohl eher zu begrüssen (obgleich ich schon an Francks Trio interessiert gewesen wäre, zumal ich die vier frühen Klaviertrios nicht kenne). Wie die drei gemeinsam muszierten war wunderbar anzuschauen und anzuhören - sie tun das ja nicht als zusammengewürflete "All Stars" sondern mit Plan, Absicht und Beharrlichkeit seit Jahren. Es herrschte sichtlich gelassene Stimmung auf der Bühne, Queyras machte zu Beginn eine Ansage zur Programmänderung (anscheinend lagen Zettel auf, aber bis ich aufkreuzte waren die weg), als sie in der ersten Hälfte zu Sciarrino wiederkehrten, hatte Faust irgenwelche Probleme mit der unförmigen überformatigen Partitur - Melnikov grinste im Hintergrund und hielt sein Tablet in die Höhe ... das Stück von Sciarrino kam beim Rentnerpublikum (in 10 Jahren werden noch 20 Leute da sein, um an solche Konzerte zu gehen ... aber gut, bei Orchesterkonzerten oder Klavier-Rezitalen sieht es besser aus, Kammermusik scheint was für alte bis scheintote Leute zu sein, leider) nicht gut an, es gab Getuschel, etwas Gehuste, Rumgerutsche auf den Sitzen - aber ich fand es klasse, auch mal was Zeitgenössisches (na ja, 1987, immerhin) im Konzert zu hören. Grossteils bestand es aus Obertönen der Geige und des Cellos, die allerlei Reminiszenzen an Alltagsgeräusche und Vogelgezwitscher weckten und immer wieder ganz bezaubernd zusammenfanden und -klangen.
Das romantische, intensive Schumann-Trio und danach das irgendwie heiter-abgeklärte D 898 von Schubert mit seinen üppigen Beethoven-Anklängen ergaben einen tollen Kontrast. Schumann brütend, dicht, manchmal ziemlich dissonant und komplex, Schubert daneben für einmal ziemlich heiter (klar, ich mag D 929 auch etwas lieber, aber am Ende ist es doch fast schon beruhigend, auch vom späten Schubert noch ein Werk zu haben, das nicht so düster und brütend ist, nicht?) und klar, noch nahezu klassisch, oft sehr tänzerisch und leicht - und raffiniert in der Aufteilung der Stimmen: Während Schumann eher alles zugleich aufschichtet, treten vor allem Geige und Cello bei Schubert immer wieder - manchmal abrupt und überraschend - in den Dialog.
Isabelle Faust - Violine
Jean-Guihen Queyras - Violoncello
Alexander Melnikov - Klavier
ROBERT SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63
SALVATORE SCIARRINO: Trio Nr. 2 (1987)
FRANZ SCHUBERT: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898
Zugabe: SCHUMANN: Klaviertrio Nr. 2 F-Dur op. 80 - III. In mässiger Bewegung
Sehr schöner Abend, ganz wie erhofft - und dass es nach der Pause Schubert statt des angekündigten ersten Klaviertrios von César Franck gab war am Ende wohl eher zu begrüssen (obgleich ich schon an Francks Trio interessiert gewesen wäre, zumal ich die vier frühen Klaviertrios nicht kenne). Wie die drei gemeinsam muszierten war wunderbar anzuschauen und anzuhören - sie tun das ja nicht als zusammengewürflete "All Stars" sondern mit Plan, Absicht und Beharrlichkeit seit Jahren. Es herrschte sichtlich gelassene Stimmung auf der Bühne, Queyras machte zu Beginn eine Ansage zur Programmänderung (anscheinend lagen Zettel auf, aber bis ich aufkreuzte waren die weg), als sie in der ersten Hälfte zu Sciarrino wiederkehrten, hatte Faust irgenwelche Probleme mit der unförmigen überformatigen Partitur - Melnikov grinste im Hintergrund und hielt sein Tablet in die Höhe ... das Stück von Sciarrino kam beim Rentnerpublikum (in 10 Jahren werden noch 20 Leute da sein, um an solche Konzerte zu gehen ... aber gut, bei Orchesterkonzerten oder Klavier-Rezitalen sieht es besser aus, Kammermusik scheint was für alte bis scheintote Leute zu sein, leider) nicht gut an, es gab Getuschel, etwas Gehuste, Rumgerutsche auf den Sitzen - aber ich fand es klasse, auch mal was Zeitgenössisches (na ja, 1987, immerhin) im Konzert zu hören. Grossteils bestand es aus Obertönen der Geige und des Cellos, die allerlei Reminiszenzen an Alltagsgeräusche und Vogelgezwitscher weckten und immer wieder ganz bezaubernd zusammenfanden und -klangen.
Das romantische, intensive Schumann-Trio und danach das irgendwie heiter-abgeklärte D 898 von Schubert mit seinen üppigen Beethoven-Anklängen ergaben einen tollen Kontrast. Schumann brütend, dicht, manchmal ziemlich dissonant und komplex, Schubert daneben für einmal ziemlich heiter (klar, ich mag D 929 auch etwas lieber, aber am Ende ist es doch fast schon beruhigend, auch vom späten Schubert noch ein Werk zu haben, das nicht so düster und brütend ist, nicht?) und klar, noch nahezu klassisch, oft sehr tänzerisch und leicht - und raffiniert in der Aufteilung der Stimmen: Während Schumann eher alles zugleich aufschichtet, treten vor allem Geige und Cello bei Schubert immer wieder - manchmal abrupt und überraschend - in den Dialog.
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